Sie hatten einiges zu besprechen. 40 Minuten standen HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer und sein Hoffenheimer Kollege Jan Schindelmeiser zusammen und redeten. Ein Thema: die wüste Prügelei zwischen Ivica Olic und Carlos Eduardo im Testkick. Den Spielern droht eine Sperre. Die Vereine kämpfen um Schadensbegrenzung.
Die Szene in der 88. Minute hatte Seltenheitswert. Mehrere Sekunden beharkten sich die Profis, Eduardo packte den Ellenbogen aus, Olic schubste ihn um, ehe sich die beiden wie Kirmesboxer schlugen. "Er hat mich zuerst getroffen, dann habe ich ihm eine zurückgegeben", sagte Olic. Eine Sperre hält er für unnötig: "Das war ein kleiner Konflikt. Die Rote Karte reicht." Beiersdorfer sagte: "So eine Szene darf natürlich nicht passieren. Ivica ist eigentlich sehr besonnen, und es ging ja einiges voraus. Wichtig ist, dass keinem was passiert ist."
Vereinsintern droht dem Kroaten keine Strafe, der DFB aber könnte Olic den Rückrundenstart versauen - ausgerechnet gegen die Bayern, für die er ab Sommer auf Torejagd geht. DFB-Vize Rainer Koch erklärte: "Platzverweise im Ausland führen automatisch zu einer Sperre. Die wird aber meistens außer Kraft gesetzt, wenn die Vereine dies beantragen." Genau das taten der HSV und Hoffenheim gestern.
Schiedsrichter Javier Martinez Franco schickte seinen Spielbericht zum DFB, einen Sonderbericht fertigte der Mann aus Murcia nicht an. Dennoch müssen die Klubs zittern. Beim Verband heißt es: Wenn ein Fall von großem öffentlichen Interesse vorliegt, könne man auch ohne Bericht des Schiedsrichters Ermittlungen aufnehmen. NDR und Premiere haben die Szene bildlich festgehalten. DFB-Sprecher Klaus Koltzenburg sagte: "Wenn ein gravierender Fall vorliegt, tritt der Kontrollausschuss zusammen und berät, ob Ermittlungen aufgenommen werden." Drohend steht der Fall Grafite im Raum. Wolfsburgs Sturmtank erhielt für eine vergleichbare Tätlichkeit im Test gegen Palermo eine Sperre von zwei Pflicht- und fünf Testspielen. Olic' Aus für den Bayern-Kick?
Mit einer schnellen Entscheidung rechnen die Vereine nicht. "Das wird ein paar Tage dauern", sagte Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser.