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Tendenz stark steigend!

Kinderknast macht Helfer krank

Der umstrittene Kinderknast an der Feuerbergstraße - es ist ruhig um ihn geworden. Doch läuft es hinter Gittern wirklich besser als in den ersten Jahren? Für die Pädagogen offenbar nicht! Die aktuellen Krankenstandszahlen aus dem Heim sind alarmierend. So war das pädagogische Personal vergangenes Jahr im Schnitt 29,5 Tage krank. Tendenz steigend. Im ersten Halbjahr 2007 sind es sogar 34,8 Tage. Der durchschnittliche Hamburger hingegen ist "nur" elf Tage im ganzen Jahr krank. Was passiert im Jugendknast, das die Betreuer so schlaucht?



Sechs jugendliche Intensivtäter im Alter von zwölf bis 16 Jahren werden durchschnittlich in der geschlossenen Unterbringung betreut. Die Jungen haben bis zu 60 Straftaten auf dem Kerbholz - von Betrug über räuberische Erpressung bis zu gefährlicher Körperverletzung. Nur 30 Prozent von ihnen kommen aus Hamburg. Durch pädagogische und therapeutische Hilfe sollen sie im Kinderknast resozialisiert werden.



Von den 16 Pädagogen, die sich sieben Tage die Woche rund um die Uhr um die Jugendlichen kümmern, waren im Vorjahr 13 krank, in der ersten Hälfte 2007 schon elf. Dabei fehlte ein Kollege das gesamte Halbjahr (181 Tage), einer fast vier Monate (113 Tage) und einer mehr als zwei Monate (67 Tage), die anderen bis zu 36 Tagen. "Das System Feuerbergstraße macht Pädagogen offenbar krank", urteilt der SPD-Abgeordnete Thomas Böwer. Durch seine Anfrage wurden die Zahlen bekannt. Böwer vermutet: "Die Kollegen sind durch immer neue Dienstanweisungen verunsichert. Sie fühlen sich allein gelassen und müssen für Fehler geradestehen, für die nicht sie, sondern andere verantwortlich sind."

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Datum:  13.8.2007
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