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TATORT SÜDTRIBÜNE

Krieg der St. Pauli-Fans

St. Pauli Protestplakat

Foto: Witters

Der Kiezklub steht im 100. Jubiläumsjahr vor dem Aufstieg - da könnten sich eigentlich alle St. Paulianer freuen. Doch weit gefehlt. Es gibt ein massives Fan-Problem am Millerntor, das gestern eskalierte und die Rückkehr in die Eliteklasse gefährdet. St. Pauli-Fans gegen St. Pauli-Fans - das gab es noch nie!



Unfassbar, was sich auf der Südtribüne abspielte. Die Fraktion der USP (Ultra Sankt Pauli) wollte aus Protest gegen die Beschneidung der Rostocker Fan-Rechte (nur 500 Anhänger sollten personalisiert zugelassen werden, sieben kamen, um Transparente aufzuhängen) erst fünf Minuten nach dem Anpfiff auf die Stehplatztribüne gehen.



Das Skandalöse: Die "Ultras" hinderten auch alle anderen Besucher beim Zugang zu den Steh- und Sitzplätzen sowie zum VIP-Bereich. Blockade statt Boykott. Es kam sogar zu Handgreiflichkeiten. "Diese Nötigung wird nicht hingenommen", erklärte Boss Corny Littmann später.



Wütende und fassungslose Erwachsene und zum Teil weinende Kinder konnten nicht auf ihre Plätze, waren teilweise über eine halbe Stunde in einem beängstigenden Gedränge vor den Zugängen "gefangen". Auch Trainer-Gattin Michelle Stanislawski war betroffen: "Ich habe so einen Hals auf diese Leute." Die Ordner sahen hilflos zu. "Wenn wir die Polizei gerufen hätten, wäre die Lage eskaliert", begründete Sicherheitschef Sven Brux.



Dafür eskalierte die Stimmung auf der Tribüne. Es gab "Scheiß USP"- und "Fußball-Mafia USP"-Sprechchöre, gegenseitige Pöbeleien und provozierende Gesten. Der Klub wird jetzt über Konsequenzen beraten. Das Klima ist vergiftet. Eine Lösung des Konflikts ist derzeit nicht in Sicht.

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Datum:  29.3.2010
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