Nichts fließt mehr in der Tatenberger Schleuse. Hamburgs höchstfrequentierte Anlage ist dicht. Dennoch herrscht reger Betrieb: Es wird geschweißt, Beton gegossen, Spundwände werden gerammt, Taucher arbeiten unter Wasser. Die Tatenberger Schleuse und das angrenzende Deichsiel werden komplett erneuert - die Schleuse von 1950 genügt der Hochwasserschutzverordnung nicht mehr.
Die Schleuse wird repariert und um einen Meter auf 8,40 Meter erhöht. Das Außenhaupt der Schleuse, die Seite zur Norderelbe, bekommt ein zweites Tor. Die 120 Meter lange Kammer wird erneuert. Außerdem wird das Deichsiel, mit dem die Be- und Entwässerung in den Vier- und Marschlanden reguliert wird, saniert, danach kann es voll automatisch gesteuert werden.
"Diese Baustelle ist eine Herausforderung, da wir Hoch- und Ingenieurbau leisten, unter Wasser arbeiten, auch die gesamte Elektronik liefern", sagt Bauleiter Markus Buchhorn vom Hamburger Bauunternehmen Aug. Prien. Die Hamburg Port Authority (HPA) ist der Bauherr des Projekts, investiert 12,5 Millionen Euro, die Hälfte kommt von der EU.
Ende April kann an der Dove-Elbe wieder geschleust werden. Die Werften, der Yachtclub und die Bergedorfer Schifffahrtslinie warten schon ungeduldig. Denn sie sind gezwungen in der Dove-Elbe zu bleiben. Im Spätsommer 2006 wird die Tatenberger Schleuse dann komplett fertig gestellt sein.
Bauleiter der Schleusen-Erneuerung ist Markus Buchhorn