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Air Berlin stellt LTU-Langstrecke auf den Prüfstand

Berlin - Air Berlin stellt gut eineinhalb Jahre nach der Übernahme des Ferienfliegers LTU die Langstrecke der Düsseldorfer Tochter auf den Prüfstand. Im Rahmen des Sparprogramms «Jump» werde geprüft, ob eine Fokussierung auf die Mittelstrecke sinnvoll sei, sagte ein Sprecher der Air Berlin.

«Es kann auch ein Verkauf der LTU-Langstrecke herauskommen», sagte er. Das Ergebnis der Prüfung sei völlig offen. Auf der Langstrecke gebe es Buchungsrückgänge durch Reiseveranstalter. Hinzu kämen Forderungen der Pilotenvereinigung Cockpit für Air Berlin insgesamt.

Für die LTU-Langstrecke sind nach Unternehmensangaben einige hundert Mitarbeiter aktiv. «Unsere Langstrecke ist vorwiegend eine touristische Langstrecke», erläuterte der Sprecher von Air Berlin. Die Plätze würden überwiegend von Reiseveranstaltern gefüllt. Die Airline verkaufe zudem Einzelplätze. Bei den Reiseveranstaltern gebe es Buchungsrückgänge gegenüber dem Vorjahr. Das wirke sich auch auf die Kapazitätsauslastung aus. Air Berlin übernahm LTU, die Mittel- und Langstrecke flog, im August 2007. Langstreckenjets fliegen laut Konzern-Homepage unter anderem auf den Strecken in die Dominikanische Republik, in die USA, nach Kanada und auf die Malediven.

Cockpit hatte laut Air Berlin Mitte Februar die Tarifverhandlungen für die Gruppe schon nach der ersten Runde für gescheitert erklärt. Air Berlin habe Beschäftigungssicherung bis Ende 2010 für das Cockpit plus 3,5 Prozent Tariferhöhung wie beim Bodenpersonal angeboten. Der Forderungskatalog der Pilotenvereinigung habe zwar keine Prozentzahl enthalten, sei aber umfangreich und würde erhebliche Mehrkosten verursachen, erläuterte der Unternehmenssprecher weiter.

LTU wurde im Jahr 1955 unter dem Namen «Lufttransport Union» in Frankfurt am Main gegründet. 1961 wechselte der Unternehmenssitz nach Düsseldorf. 1964 wurde die Fluggesellschaft auch Reiseveranstalter (Meier's Weltreisen, Jahn Reisen). Im Jahr 2000 übernahm der Kölner Handelsriese REWE die Reiseveranstalter der LTU zu 100 Prozent und beteiligte sich zu 40 Prozent an der Fluggesellschaft. Im Herbst 2001 geriet die LTU durch die Krise des Hauptgesellschafters Swissair in schwere Turbulenzen. Ein Treuhänder wurde eingeschaltet. 2006 stieg Hans Rudolf Wöhrl ein, LTU-Chef Jürgen Marbach übernahm ebenfalls Anteile. Mit der Übernahme durch Air Berlin 2007 hatte LTU wieder einen Eigentümer aus der Branche. Das LTU-Logo ist bereits weitgehend durch Air Berlin ersetzt worden und für Kunden kaum noch sichtbar.

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Datum:  8.3.2009
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