Berlin - Bei den Verhandlungen über den Tarifkonflikt der Uniklinik-Ärzte hat sich der Marburger Bund (MB) kompromissbereit gezeigt. Zu Beginn der neuen Verhandlungsrunde legte die Tarifgemeinschaft deutscher Länder der Ärztegewerkschaft in Berlin ein Angebot über einen eigenen Tarifvertrag für die rund 22 000 Ärzte der Unikliniken vor.
«Das ist ein Fortschritt», sagte ein MB-Sprecher. Nach einer Prüfung des zwölfseitigen Angebots seien aber weitere Gespräche am Nachmittag nötig. Der TdL-Vorsitzende Hartmut Möllring (CDU) sagte, die Länder seien «weit genug gegangen». «Jetzt muss der Marburger Bund sich auch erstmalig bewegen.»
Die Länder böten für junge Ärzte eine Gehaltserhöhung von 509 Euro im ersten Berufsjahr und von 709 Euro im zweiten Jahr an. Damit belaufe sich das Grundgehalt auf 3600 beziehungsweise 3800 Euro. Möllring räumte ein, dass diese Grundlöhne dem im Mai abgeschlossenen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst entsprächen. Diesen hatten die Ärzte abgelehnt. Der MB-Sprecher bestätigte aber Möllrings Aussage, dass die Länder in einigen anderen Punkten über ihre bisherige Position hinausgegangen seien. Eine Einigung könnte den seit drei Monaten andauernden Ärztestreik beenden.