Das Thema: Bereits mehrfach hat der mittlerweile 74-jährige spanische Regisseur Carlos Saura dem Flamenco seine Reverenz erwiesen. Etwa 1983 mit "Carmen", einer Adaption der Oper von Georges Bizet, oder mit dem schon eindeutig betitelten Film "Flamenco" (1995). Inspiriert von der Arbeit des Komponisten Isaac Albéniz (1860-1909), vor allem von dessen Suite "Iberia", verbindet Saura nun virtuos klassisches Ballett und zeitgenössischen Tanz mit den Klängen seiner Lieblingsmusik. Entstanden ist ein filmisches Kunstwerk, bei dem man nicht weiß, was man mehr würdigen soll: die Meisterschaft, mit der der Regisseur die einzelnen Stücke in Szene setzt, oder das Können der Musiker, Tänzer und Choreografen, die ihm bei der Realisierung seines Projekts zur Seite standen. Denn unterschiedliche Stimmungen werden hier nicht nur durch die künstlerischen Darbietungen erzeugt - etwa die der Tänzer Antonio Canales, Sara Baras und Aída Gomez, des Sängers Enrique Morente, des Gitarristen Manolo Sanlúcar oder der Pianistin Rosa Torres-Pardo. Auch die ausgeklügelte Lichtgebung und die im Hintergrund changierenden Kulissen tragen ihren Teil dazu bei. Ganz gleich, ob in einer Ballettszene voll prickelnder Erotik eine Geschichte von Leidenschaft und Eifersucht erzählt wird oder ob sich eine Tänzerin hinter einer mit schillernden Farben beleuchteten Plastikfolie bewegt - eines haben alle Sequenzen gemeinsam: Sie sind ein ästhetischer Genuss.
Fazit: Eine faszinierende Fiesta für Augen und Ohren.