Die Story: In seinem Klassiker "Fame - Der Weg zum Ruhm", der zwei Oscars gewann und eine TV-Serie sowie ein Broadway-Musical nach sich zog, erzählte Alan Parker fiktive Geschichten um ein paar hoffnungsvolle Talente an der berühmten New Yorker Schule für Darstellende Künste und ergänzte sie mit Musik- und Tanznummern. An dieses Schema hält sich auch Kevin Tancharoen mit seinem Remake. Über einen Zeitraum von vier Jahren - von der Aufnahmeprüfung bis zur Abschlussfeier - beleuchtet es schlaglichtartig den Werdegang einiger Schüler, die von einer Karriere als Sänger, Musiker, Tänzer oder Schauspieler träumen. Da ist etwa das rappende Ghetto-Kid Malik, das es auf die Bühnenbretter treibt, aber zusammen mit dem Keyboarder Victor auch auf einen Plattendeal hofft. Oder die aus begütertem Hause stammende Pianistin Denise, deren Vater Terz macht, weil sie auch gern singen würde. Und nicht zu vergessen der gesanglich begabte Marco, der sich in die schüchterne Schauspiel-Elevin Jenny verguckt. Sie alle erleben schulische Erfolge und Enttäuschungen ebenso wie private Aufs und Abs.
Die Schauspieler bekommen leider keine Gelegenheit, ihren Charakteren Tiefe zu verleihen. Das gilt auch für Debbie Allen. Sie spielte im Original eine Tanzlehrerin und wurde nun zur Highschool-Chefin befördert, die die neu aufgenommenen Schüler einnordet.
Der Regisseur: Kevin Tancharoen legte offenbar vor allem auf die Musik- und Tanzeinlagen Wert. Die sind immerhin ganz solide, und eine spontan wirkende Jam-Session in der Schul-Cafeteria, bei der über Stühle und Tische gehiphopt wird, ist sogar ausgesprochen gelungen. Tancharoens Filmfiguren dagegen kommen nicht über den Status von Stereotypen hinaus. Kein Wunder, dass man ihnen nur wenig Interesse entgegenbringt - zumal sie das formelhafte Drehbuch von Allison Burnett auch noch in eine Reihe von Klischee-Konflikten treibt, die sich in der relativen Kürze der Filmlaufzeit auf kaum nachvollziehbare Weise und ohne größere Reibungsverluste auflösen.