Martin Jol ist ein schlauer Fuchs. Mal streichelt er, mal fordert er - jeder bekommt das, was er braucht. Super-Knipser Mladen Petric benötigt nach Ansicht des Trainers offenbar Zusatzansporn. Statt Petric zu loben, verwies der Coach auf Kölns Novakovic. Jol: "Der hat schon zehn Tore gemacht." Was ist da los? "Kann natürlich sein, dass er mich ein wenig kitzeln will", schmunzelt "Magic Mladen", "muss er aber nicht, denn ich bin immer gierig auf Tore."
Sieben Ligatreffer sind es bislang - eine durchschnittliche Quote. Nach 21 Pflichtspielen kommt der Kroate allerdings insgesamt auf 13 Treffer - schon beeindruckender. Petric selbst macht noch eine andere Rechnung auf. "In den ersten fünf Spielen hab' ich meist nur 20 Minuten gespielt." Macht also eine Bilanz von 13 Toren in 16 "echten" Spielen - ein Spitzenwert. Im UEFA-Cup gegen Ajax kam er ebenfalls von der Bank. 15 Mal Startelf, 13 Tore - unverzichtbar.
Doch der "gierige" Torjäger hat noch lange nicht genug. "Ich will mich immer weiter steigern. Deshalb bin ich zum HSV gekommen." Seine Kopfball-Erfolgsquote hat er bereits verbessert - sieben Ligatore, fünf Mal mit dem Schädel. "Ich habe schon immer viele Kopfballtore gemacht. Aber so einen Wert hatte ich noch nie." Auch im DFB-Pokal gegen Bochum und im UEFA-Cup in Zilina hielt er das kahl geschorene Goldköpfchen hin. "Eine Sache des Timings - das macht 70 Prozent aus", sagt der Mann, der als Kind beim Basketball seine Sprungkraft trainierte, "und man muss nicken können".
Abnicken und Tor - klingt einfach. Für den HSV ist Petric eine Art Lebensversicherung. Seine Tore trugen das Team locker durch die Pokalwettbewerbe, brachten den HSV in der Liga in Schlagdistanz zur Spitze. Petric: "Aber in der Rückrunde will ich noch viel mehr." "Abnicker" Petric kriegt den Hals nicht voll. Vor allem Martin Jol wird das gern registrieren.