Seit Oktober 2008 können Hamburgs Studenten ihre Studiengebühren erstmals stunden lassen - aber das Angebot stößt nur auf wenig Interesse. Eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Philipp-Sebastian Kühn an den Senat belegt: Nur 37 Prozent der rund 56000 Studenten haben sich entschlossen, die Campus-Maut erst nach dem Studium zu zahlen.
Studiengebühren von 500 Euro runter auf 375 Euro pro Semester, und wer will, zahlt später. Mit diesen Maßnahmen wollte der schwarz-grüne Senat die Campus-Maut als sozial verträglicher verkaufen. Rund 20000 Studenten nahmen das Angebot im Wintersemester an - knapp 12500 Studenten zahlten jedoch weiter sofort.
Die Studentenvertretung AStA sieht die Neuregelung deshalb als gescheitert an. "Viele Studenten haben Angst, durch die Stundung Schulden anzuhäufen, die sie nach Ende des Studiums nicht bezahlen können", sagt AStA-Chef Benjamin Gildemeister. Außerdem seien rund 13000 Studenten wegen diverser Auflagen überhaupt nicht berechtigt, erst später zu zahlen. "Wir haben es deshalb kaum mit einer Verbesserung der Situation zu tun", so sein Fazit.
In der Wissenschaftsbehörde deutet man die Zahlen anders. Sprecher Timo Friedrichs: "Es gibt so viele Sofortzahler, weil die Gebühren gesenkt wurden. Es zeigt, dass die 375 Euro nicht zu hoch sind."
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