Protestieren statt Studieren lautet in dieser Woche das Motto der Hamburger Studenten und Schüler. Gestern startete ein bundesweiter einwöchiger Bildungsstreik, um gegen das bestehende Bildungssystem zu demonstrieren. Die Studenten blockierten den Berufsverkehr, verteilten Flyer und besetzten Uni-Gebäude.
Schon morgens versammelten sich die Demonstranten an wichtigen Verkehrsknotenpunkten wie an der Kreuzung Stresemannstraße/Doormannsweg oder der Edmund-Siemers-Allee, um den Berufsverkehr zu stören. Mit Flyern klärten sie die verdutzten Verkehrsteilnehmer über den Bildungsstreik auf. Im "Pferdestall" (Uni-Gebäude am Allende-Platz) stapelten sie Stühle bis raus auf die Straße. Symbolisch dafür, dass selbst die vor dem schlechten Bildungssystem Reißaus nehmen.
Zentrale Forderung in der Aktionswoche ist mehr Geld für die Bildung. Außerdem halten die Organisatoren des "Bildungsstreiks 2009" das derzeitige Bildungssystem für sozial ungerecht und falsch ausgerichtet. Es gehe nur noch um die Schaffung von "Humankapital". Das gelte für die neuen Studiengänge wie für das "Turbo-Abitur" nach zwölf Schuljahren. Sie fordern unter anderem kleinere Klassen, die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems und die soziale Öffnung der Hochschulen.
Morgen soll es in ganz Deutschland Demonstrationen geben. In Hamburg beginnt die Demo um 10 Uhr vor dem Audimax auf dem Campus (Von-Melle-Park). Über die Grindelallee, Edmund-Siemers-Allee, Esplanade und Glockengießerwall geht es zum Hachmannplatz, wo eine erste Zwischenkundgebung geplant ist. Von dort aus geht es weiter über Kirchenallee, Mönckebergstraße bis zum Rathausmarkt. Dort ist von 13 bis 17 Uhr die Abschlussveranstaltung geplant. Die Veranstalter erwarten 5000 Teilnehmer.