Der Druck wird irgendwann einfach zu groß. Wenn der Stress nicht enden will, der Chef unablässig nörgelt und sich dazu noch private Probleme gesellen- dann kommen immer Hamburger nur noch mit Aufputschmitteln durch den Alltag. Wie beliebt Antidepressiva, Betablocker und Neuro-Pharmaka in den Büros der Hansestadt bereits sind, offenbart jetzt der "Gesundheitsreport" der Krankenkasse DAK.
Laut den Experten greifen rund 22000 Hamburger im Job gezielt zu Medikamenten. Fast 20 Prozent der Hanseaten sind der Meinung, dass "Doping" im Büro ein probates Mittel gegen Stress und Konflikte sind. "Das ist für uns ein Alarmsignal", sagt die DAK-Landeschefin Regina Schulz.
Männer greifen besonders häufig zu aufputschenden und konzentrationsfördernden Mitteln - Frauen wollen mit den Medikamenten meist ihre Stimmung aufhellen und Ängste vertreiben. "Meist nehmen weibliche Berufstätige erst nur homoöpathischen Mitteln - wenn das irgendwann nicht mehr hilft, fahren sie schwere Geschütze wie Anti-Depressiva auf", weiß der Psychotherapheut Paulo D'Andrea.
Die vermeintlichen Wundermittel werden von fast der Hälfte aller Betroffenen in der Apotheke gekauft. Rund 25 Prozent der regelmäigen "Doper" bezieht die Präparate dagegen von Kollegen, Freunden oder der Familie.
Die Verwandten sind es in über der Hälfte der Fälle auch, die andere zur Einnahme von Aufputschmitteln überreden. "Es gibt weiter kaum Bedenken gegenüber den Mitteln", klagt Paulo D'Andrea, "und die empfohlenen Präparate sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. So wissen die meisten Konsumenten nicht einmal genau, was sie da zu sich nehmen".
Sicher ist: Medikamente im Arbeitsplatz bringen selten eine langfristige Leistungssteigerung und häufig gefährliche Nebenwirkung mit sich. Zudem können sie psychische Krankheiten befördern. Mentale Probleme sind in Hamburg jetzt schon weit verbreitet: 14 Prozent der krankheitsbedingten Fehltage ist auf psychische Erkrankungen zurückzuführen, ein Fünftel mehr als im Bundesdurchschnitt.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?