Zuhälter, Luden, Männer, die Frauen ausbeuten - Kiezlegende Domenica hat sie immer verachtet und bekämpft. Und nun das: Ausgerechnet ein Ex-Zuhälter will ein letztes Mal mit der verstorbenen Domenica (2 63) Kasse machen. Klaus Barkowsky (54, Ludenname: "Der schöne Klaus") hat ihr Porträt in Acryl gemalt. 27000 Euro soll das Werk bringen. Der Künstler findet nichts dabei, Domenicas langjähriger Wegbegleiter, Kiezfotograf Günther Zint, ist entsetzt.
"Wenn Domenica das wüsste, die würde aus dem Grab springen", sagt Günther Zint. Er hat bis kurz vor Domenicas Tod im Februar 2009 mit Deutschlands bekanntester Ex-Hure an ihrer Biographie gearbeitet: "Ihre Meinung über Zuhälter war glasklar", sagt er, "sie wünschte diese Männer zum Teufel, das geht auch aus vielen Briefen hervor."
Schon dass der "schöne Klaus" bei Domenicas Trauermarsch erschien, hat viele von Domenicas früheren Kolleginnen empört: "Dieser Typ hier, das hätte sie garantiert nicht gewollt", sagte eine einstige Domina.
Klaus Barkowsky sieht das naturgemäß anders: "Domenica hat mich nie als Zuhälter betrachtet", ist er sicher. "Ich war ja nie brutal zu Frauen, eher so eine Art Milieu-Manager. Wenn eine Frau ihr Geld behalten wollte, durfte sie das bei mir immer."
Einmal, vor vielen Jahren, habe er sich mit Domenica um einen Kiez-Laden gestritten: "Da war ich ein bisschen sauer auf sie, aber sie gab mir dann zwei Rolex und alles war wieder gut." Dass er schon mit 22 seinen ersten Lamborghini fuhr und später als Mitglied der Zuhältergruppe "Nutella" bis zu 15 Frauen für sich anschaffen ließ - davon will er nichts mehr wissen: "Jetzt bin ich Künstler."
Domenicas Porträt hat er nach ihrem Tod gemalt: "Zwei Wochen hab ich Tag und Nacht gearbeitet, ich habe sie ein bisschen hübscher gemacht, lieb und unverdorben, so wie ich sie sah."
Das umstrittene Gemälde des Ex-Top-Luden ist Teil einer Domenica-Gedenk-Ausstellung in der "Galerie Kunststätte am Michel", Neanderstraße 21. Bis 30. April, Dienstag bis Donnerstag 14 bis 18 Uhr, Sonnabend 11 bis 14 Uhr.
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