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STREIK

Knöllchen-Flaute reißt Löcher ins Stadtsäckel

Autofahrer haben dieser Tage allen Grund zum Jubeln. Da sich die Knöllchenschreiber im Arbeitskampf befinden, werden in der Stadt bis zu 60 Prozent weniger Tickets verteilt. Weniger zu lachen hat die Stadt. Denn ihr fehlen wichtige Einnahmen.



Vor einem Monat haben 87 der insgesamt 111 Angestellten im Polizeidienst ihre Notizblöcke weggelegt und streiken seitdem. Lediglich 24 Mitarbeiter tun noch ihren Dienst - und natürlich die Polizeibeamten. Doch die dürfen sich nicht als Streikbrecher betätigen. Sie schreiben lediglich die Autofahrer auf, die auf Behindertenparkplätzen oder vor Einfahrten parken. Sollte aber jemand seine Parkzeit am Automaten überzogen haben, stehen die Chancen zurzeit gut, ungeschoren davonzukommen.



Nach MOPO-Berechnungen sind der Stadt seit Streikbeginn etwa 350000 Euro durch die Lappen gegangen. Allein durchs Abzetteln hat die Stadt im vergangenen Jahr 12,3 Millionen Euro (bei 664000 verteilten Knöllchen) eingenommen. Ob sie dies auch in diesem Jahr schafft, ist fraglich. Denn noch ist eine Einigung der beiden Tarifparteien nicht in Sicht.



Derweil gibt sich die Finanzbehörde betont unaufgeregt. "Die Mindereinnahmen bedeuten nicht unbedingt, dass uns am Ende des Jahres etwas fehlen wird", so Behördensprecher Sebastian Panknin. "Auch ohne Streik lässt sich nicht immer voraussagen, wie viele Einnahmen die Stadt erzielen wird." Es werde sich daher erst Ende des Jahres herausstellen, ob Geld in der Kasse fehle. Es fehlt eben doch bereits jetzt, meint hingegen André Bunkowsky, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP). "Jeder Tag kostet mehr Geld. Das zeigt, dass man den Senat schwer treffen kann."



Freddi Lohse, Vizelandeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), fürchtet, dass Finanzsenator Wolfgang Peiner (CDU) das zu erwartende Defizit an die Polizei weitergibt. "Es kann sein, dass er Innensenator Udo Nagel den Schwarzen Peter zuschieben wird und wir dann bei Neueinstellungen und bei der Neubeschaffung von Fahrzeugen sparen müssen."

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Datum:  18.3.2006
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Thomas Hirschbiegel

Aufschriften auf Firmenwagen sind immer wieder ein ergötzliches Thema. Jetzt stand ich am Eimsbütteler Markt hinter einem Transporter, auf dem stand: „Vor Ihnen fahren die Maler mit Freude am Beruf.“