Das "Kulturhaus 73" am Schulterblatt (Sternschanze) versteht sich als Treffpunkt für Menschen aus aller Welt. Doch am vergangenen Wochenende hat der hochgelobte "interkulturelle Austausch" schwer gelitten. Zwei Gäste wurden von den Türstehern abgewiesen. Und das nur, weil sie türkischer Abstammung sind.
Kyra Garske wollte am vergangenen Freitag mit ihrem 24-jährigen Mitbewohner und dessen Cousin ins "Kulturhaus 73". An der Tür wurde der Fotografin gesagt, dass sie zwar reindürfe, ihre Freunde aber nicht. "Als Begründung sagten die Türsteher etwas von neuen Prinzipien und Grundsätzen. Ich konnte das gar nicht fassen", erzählt die 28-Jährige. Sie schrieb einen Beschwerdebrief. Und bekam auch prompt eine Antwort. In der E-Mail einer Mitarbeiterin des Kulturhauses steht: "Das Problem am Freitag war wohl, dass es zuvor schon Auseinandersetzungen mit ausländischen Gästen gab. Deshalb hatten die Türsteher wohl erst mal die Maßnahme ergriffen, keine ausländischen Gäste reinzulassen." Und weiter: "Das Problem ist leider, dass es im Allgemeinen nie oder ganz, ganz selten Auseinandersetzungen unter Nicht-Ausländern gibt. Es sind leider immer meist Türken oder Afrikaner."
Die Antwort ist ein Schlag ins Gesicht für Kyra Garske. "Ich bin sprachlos. Das ist doch eindeutig Rassismus", sagt sie. Auch der Betreiber des Kulturhauses ist sauer. "Ich wurde vorab über den Vorfall nicht informiert und wusste auch nichts von der Antwort. Es handelt sich in diesem Fall ausschließlich um menschliches Versagen der Türsteher und der Mitarbeiterin, die die Antwort per E-Mail geschrieben hat. Wir können uns einfach nur entschuldigen. Wir sind nach wie vor ein offenes Haus für alle Menschen. Und das wird sich auch nicht ändern", sagt Falk Hocquél, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft "Pferdestall Kultur GmbH".