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STEINWÜRFE & FARBBEUTEL

Anschläge auf Mitarbeiter der Ausländer- Behörde

Abschiebung = Mord" steht in weißen Buchstaben auf dem Backstein, daneben vier blaue Farbkleckse. Zu guter Letzt warfen die Gewalttäter noch einen großen Stein durch die Terrassentür. "Hätte ich dort gestanden, wäre ich jetzt tot", sagt Gunnar Eisold (43), das Opfer des Anschlags. Er ist leitender Mitarbeiter der Ausländerbehörde. Bereits am Montag wurde sein Chef, Ralph Bornhöft, Opfer einer ähnlichen Attacke



In der Nacht zu Mittwoch (2.22 Uhr) griffen die Täter die Wohnung des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten am Maienweg (Ohlsdorf) an. Bereits in der Nacht zu Montag hatten Unbekannte rote Binderfarbe gegen die Eingangstür des Hauses von Ausländerbehörden-Chef Ralph Bornhöft (54, SPD) gekippt. Die beiden Männer wohnen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Etwa zur gleichen Zeit (2.17 Uhr) am Montag brannte an der Bernstorffstraße (St. Pauli) ein VW-Bus der Firma Dussmann, die Asylbewerberheime mit Essen beliefert. Linksextremisten werfen dem Unternehmen vor, so an der Asylgesetzgebung Deutschlands zu verdienen.



Eisold gibt sich trotz des Anschlags gelassen. Gegenüber der MOPO sagte er: "Ich empfinde keine Angst, sondern Ärger über so viel Dummheit. Das sind Leute, die von der Thematik keine Ahnung haben." Mit großer Sicherheit hängen die Farbanschläge mit Eisolds und Bornhöfts Tätigkeit in der Ausländerbehörde zusammen: Bornhöft ist Amtsleiter, Eisold sein Referent für die Erstaufnahme von Flüchtlingen. "Im Bereich Abschiebung habe ich aber nie gearbeitet", sagt Eisold.



Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Hängen die Farbattacken mit dem heute beginnenden "Antira-Klima-Camp" in Lurup zusammen? Dort wollen rund 2500 Linke bis zum 24. August für Klimaschutz und gegen Rassismus demonstrieren. In einer Broschüre werden Eisolds Name und Telefonnummer im Adressteil der "fragwürdigen" Einrichtungen geführt. Bei der Camp-Leitung gibt man sich ahnungslos: "Wir haben erst durch die Medien von den Anschlägen erfahren", so seine 35-jährige Sprecherin, die sich "Andrea Doria" nennt.



Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) findet deutliche Worte: "Es ist ungeheuerlich, dass Mitarbeiter, die ihre dienstliche Pflicht erfüllen, Opfer rein ideologischer Angriffe werden."



Unabhängig von den Farbanschlägen verkündeten die Camper gestern erneut, dass sie die Baustelle des Kohlekraftwerks in Moorburg am 23. August besetzen wollen.

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Datum:  14.8.2008
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