Sie sollen die Reifen von einem Dutzend Baufahrzeugen zerstochen, Türschlösser mit Pattex verklebt und das Mövenpick-Hotel in Lübeck angegriffen haben: Die Staatsanwaltschaft hat vier Aktivisten angeklagt, die Gewaltakte im Zusammenhang mit Protesten gegen den Bau des Hotels im Wasserturm im Schanzenpark begangen haben sollen.
Die Angeklagten sind zwei Männer (50/23) und zwei Frauen (45/25), sie stammen teils aus der linken Hamburger Bauwagenszene. Wenige Monate vor der Eröffnung des umstrittenen Hotels kommt auf Hamburg ein politischer Prozess zu, der dem Widerstand gegen den Hotelbau neuen Schwung verleihen dürfte. Eine "Anti-Repressionsparty" in der "Roten Flora" am Wochenende war bereits gut besucht, Parolen wie: "Machen wir die Eröffnung zum unvergesslichen Erlebnis" kursierten.
Unverhohlen spielten die Gäste der "Party" darauf an, dass die Hotel-Eröffnung zeitgleich mit dem G8-Gipfel in Heiligendamm und der Außenminister-Konferenz im Hamburger Hotel Atlantic stattfindet. Beste Gelegenheit also für die militante linke Szene, noch einmal zu zeigen, dass sie das Luxushotel im Schanzenpark als "Pfahl im Fleische" ihres Viertels sieht. Drohend hieß es im Zusammenhang mit der Eröffnung: "Wir fressen nicht alles, was uns hingehalten wird."
Polizeisprecher Ralf Meyer: "Wir sind gut vorbereitet, wenn es zu Gewalttaten kommt." Astrid Schüler, Sprecherin des Bauherrn "Patrizia Immobilien", erklärt: "Aufgrund unserer Erfahrung in Hamburg, die wir so noch in keiner Stadt gemacht haben, ist die Hoteleröffnung ein hochsensibles Thema." Wann genau die Eröffnung ist, sei angeblich noch nicht bekannt.
BU: Mit dieser Zeichnung wurde für die "Anti-Repressionsparty" am Sonnabend geworben