Die Festtage sind seit drei Wochen vorbei. Die Gans ist verdaut, die Geschenke fast vergessen. Doch was noch immer an Weihnachten erinnert, sind Tausende von Christbäumen an den Straßenrändern, die Geh- und Radwege versperren.
"Unser Weihnachtsbaum kompostiert sich von selbst", sagt Bettina Heldt (43) aus Groß Flottbek spitz. Anfang Januar hat sie ihre Tanne auf dem Gehweg an der Kaulbachstraße zum Abholen abgestellt. Und dort liegt sie nun in trauter Gesellschaft mit den Nordmännern der Nachbarn. "Als es so heftig gestürmt hat, flogen die Dinger auf die Straße und in die Vorgärten. Wann kommen die endlich weg?", fragt sie sich.
Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) prangert den Tannen-Terror an. "Hamburgs benutzungspflichtige Radwege werden als Zwischenlager für ausgediente Weihnachtsbäume missbraucht", so ADFC-Sprecher Stefan Warda.
Adressat der Proteste ist die Stadtreinigung. Doch dort lässt man die Vorwürfe nicht gelten. "Wir entsorgen die Weihnachtsbäume bis einschließlich Freitag kostenlos", so Sprecher Reinhard Fiedler. Da die Tannen kein Hausmüll sind, müssten die Hamburger eigentlich dafür zahlen. "Aber auch für uns muss sich das rechnen. Noch mehr zusätzliche Müllwagen wären zu teuer und würden die Gebühren belasten." Wenn in den Müllwagen Platz ist, werden die Bäume mitgenommen. Fiedler schätzt, dass in Hamburg 300000 Christbäume einzusammeln sind. Das wären rund 1500 Tonnen zusätzlicher Müll. Die Menge entspricht etwa der Ladung von 180 Müllwagen. Die Nadelgewächse werden anschließend verbrannt oder landen geschreddert auf dem Kompost.
Wer auf das Einsammeln nicht warten möchte, kann seine ausgediente Tanne auch zum Recyclinghof bringen. Bis Freitag ist das ebenfalls kostenlos. Danach müssen je nach Größe 1,50 bis drei Euro berappt werden.