Ein tönendes Gipfeltreffen, wie Hamburg es noch nicht erlebt hat - und doch war der Stadtpark nicht ausverkauft, als sich dort am Wochenende die Legenden der Rockmusik aus deutschen Landen trafen. Vielleicht, weil der Maffay-Fan nicht unbedingt die Scorpions hören will, ein Lindenberg-Getreuer nicht auf die Texte eines Heinz Rudolf Kunze steht? Was die Musiker indes ebenso wenig störte wie Gastgeber Jean-Jacques Kravetz, der mit diesem Benefizkonzert nicht nur Geld für seine Musikstiftung Entrée sammelte, sondern auch seine 40 Jahre als Tastenvirtuose in der deutschen Rockmusik feierte.
Und so waren denn auch viele seiner Weggefährten gekommen. Da erinnerte sich der Franzose mit Inga Rumpf an gemeinsame Zeiten bei Frumpy und Atlantis, holte für ein oder zwei Songs Caro, Kunze und The Glam auf die Bühne und präsentierte voll väterlichem Stolz seine Musiker-Söhne Pascal und Julien an Gitarre und Schlagzeug. Zwischendurch schaute Achim Reichel auf ein "Aloha Heja He" vorbei, Jule Neigel ließ ihre Stimme röhren, und Papa Kravetz erzählte von vielen weiteren Freunden von Grönemeyer bis Westernhagen, die eigentlich auch gern gekommen wären...
Doch wie hätten all die noch in die ohnehin viel zu knappen vier Konzertstunden passen sollen? Schon so reichte es für Klaus Meine und die Scorpions grad mal zu vier Songs, tänzelte Udo keine halbe Stunde wie "Als ich noch ein junger Mann war" über den Rasen, und auch Peter Maffay ließ die "Sonne in der Nacht" schon nach kurzem wieder im Streicherschmelz versinken. Und doch, am Ende dieses Abends stand reichlich Stoff - zumindest zum Erzählen. Irgendwann einmal, für die Enkel. (ff)