Man trinkt Pils und hört Kölsch. "Versteht ihr mich überhaupt?", fragt BAP-Sänger Wolfgang Niedecken. Vom Rasenrund der Stadtparkbühne tönt ihm ein geschlossenes "Ja!" entgegen. Ob diese Antwort ganz aufrichtig ist? Aufrichtig ist auf jeden Fall die Begeisterung der rund 2000 Konzertbesucher für die Kölner Kultband, die nach vier Jahren Sendepause mit ihrem neuen Album "Radio Pandora" für einige Verwirrung sorgt. Die Scheibe gibt es nämlich in einer "plugged" und einer "unplugged" Version. Welche soll's denn sein?
Im Stadtpark jedenfalls dominieren der satte E-Gitarren-Sound von Helmut Krumminga, das rockig-nostalgische Keyboard von Michael Nass und natürlich die schnoddrige Reibeisenstimme von Niedecken, der neben Songs des neuen Albums mit "Ruut, wiess, blau querjestriefte Frau", "Bahnhofskino" und "Aff un zo" einen Querschnitt durch die 33-jährige Bandgeschichte präsentiert. Gastmusikerin Anne de Wolff steuert mit ihrer Geige einige Country- und Folk-Elemente bei.
Solider Rock nonstop - und das drei Stunden lang, denn bei BAP geht es bekanntermaßen erst bei den Zugaben so richtig los: Mit Bob Dylans "Hurricane" huldigt Niedecken seinem musikalischen Vorbild. Dann die scherzhafte Gretchenfrage: "Erkennen Sie die Melodie?" Großer Jubel auf dem Rasen. Den Refrain zum Dauerbrenner "Verdamp lang her" übernimmt sofort der Publikums-Chor. Und weil sieben Zugaben für ein BAP-Konzert entschieden zu wenig sind und noch bis 22 Uhr gespielt werden darf, schickt man noch den Beatles-Song "Money" hinterher. So war der sonnige Abend bei einem Eintrittspreis von fast 40 Euro sein Geld doch wert.