Der Hamburger Amateur-Boxverband (H.A.B.V.) aus Stellingen kämpft für den Erhalt der fast 50 Jahre alten Sportschule Sachsenwald in Wentorf. Die Sportstätte soll zum Jahresende geschlossen werden (MOPO berichtete). Das wurde am Sonnabend auf der Mitgliederversammlung des Hamburger Sportbundes (HSB), dem Betreiber der Schule, erneut bekräftigt. Doch die Sportler geben die Hoffung nicht auf.
Mit 30 anderen Hamburger Sportvereinen trainieren die Boxer auf dem 73000 Quadratmeter großen Gelände kurz vor Hamburg. Hier halten sie auch Seminare ab. Die Gründe für die Schließung: zu geringe Auslastung, hoher Renovierungsbedarf - und etwa 200000 Euro Miese im Jahr.
Für H.A.B.V.-Präsident Olaf Jessen ist die Schließung untragbar. "Hamburg bewirbt sich als Olympiastadt, aber für den sportlichen Nachwuchs wird nichts getan. Um die Schule hat man sich jahrelang nicht gekümmert", klagt er.
Jessen hat sich bereits erfolgreich um Investoren bemüht. "Der HSB ließ sich davon aber nicht überzeugen", sagt er. Hinter der Schließung vermutet er Kapitalinteressen. Das Gelände könne zu Bauland gemacht werden. Laut HSB soll der Erlös des Verkaufs den Vereinen zugute kommen. HSB-Geschäftsführer Ralph Lehnert verteidigt die Pläne: "Es ist wirtschaftlich nicht möglich, die Sportschule weiterzuführen wie bisher. Wir haben einfach keine Garantie für eine höhere Auslastung."
Auf der Mitgliederversammlung des HSB hatte der Boxverband eine Verschiebung der Schließung gefordert. Ohne Erfolg. Die letzte Hoffnung ist jetzt, auf politischer Ebene neue Unterstützung für den Erhalt der Schule zu finden.