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Gefahr Schlaganfall

Ein Schlaganfall ist einer der schrecklichsten Einschnitte im Leben eines Menschen: mit einem Schlag sprachlos, stark eingeschränkt in Tun und Handeln, unfähig, den Alltag zu bewältigen, und die Angst, vielleicht "nicht mehr richtig im Kopf" zu sein. Schlaganfall ist vornehmlich eine Krankheit des Alters. Zwar können auch junge Menschen einen Schlaganfall erleiden, doch ihre Zahl ist im Vergleich zu den älteren Patienten sehr gering. Ein Schlaganfall ist viel einschneidender im Leben eines Menschen als ein Herzinfarkt, so die Meinung der Neurologen.



Männer sind bei einem erstmaligen Schlaganfall im Durchschnitt etwa 70 Jahre, Frauen 75 Jahre alt. Das hohe Alter von Schlaganfall-Patienten ist insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung in unserer Gesellschaft von Bedeutung. Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO sprechen bereits vom Schlaganfall als der kommenden "Epidemie des 21. Jahrhunderts".



Der Verlauf der Krankheit und ihre Folgen hängen damit zusammen, wie der Schlaganfall den Menschen trifft: ob als Gefäßverschluss und somit einer Blutleere im Gehirn oder aber dadurch, dass Blut ins Gehirn eindringt, weil die Gefäße zerreißen. Feststellen kann der Arzt den Auslöser des Schlaganfalls im Computertomografen. Blutleere allerdings kann der Computertomograf nicht dokumentieren. Genauer und deutlich teurer sind die Untersuchungen im Kernspintomografen.



Die derzeit beste Behandlung, wenn ein Blutgerinnsel den Schlaganfall verursacht hat, ist die Lyse-Therapie. Ein Gefäßverschluss ist in rund 80 Prozent aller Schlaganfälle die Ursache, doch nur knapp zehn Prozent der Patienten werden lysiert (siehe Info: Lyse-Therapie).



Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, geht einher mit Veränderungen der Gefäße im Lauf der Lebensjahre und mit Gefäß-Erkrankungen, unter anderem bedingt durch Diabetes II, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, starkes Rauchen und ungesunden Lebensstil mit zu wenig Bewegung. Ein Schlaganfall verletzt das Gehirn so stark, dass der Mensch einiges an Willenskraft aufbringen und der Arzt sein medizinisches Können optimal einsetzen muss, um die Defizite auszugleichen.



Wichtiger als alle Medikamente ist es vor allem im Alter und nach einer solchen Krankheit, körperlich, sozial, emotional und kulturell aktiv zu bleiben – auch wenn das anfänglich sehr schwerfällt. Nur das trainiert das Gehirn. Doch was lässt sich nach einem Schlaganfall im geschädigten Hirn überhaupt reaktivieren? Neurologen sprechen davon, die Netzwerke im Gehirn zu „re-modellieren“. Das heißt, neue Verbindungen herzustellen zwischen der gesunden und der durch den Schlaganfall "kranken" Hirnhälfte. Das Fatale ist, dass die gesunde Hirnhälfte sich nach dem Schlaganfall über die kranke Hirnhälfte „erhaben“ fühlt und sie hemmt, sich zu regenerieren. Der Schlaganfall hat das natürliche Gleichgewicht beider Hirnhälften zerstört.



Mediziner und Therapeuten haben nun die große Aufgabe, die beiden Hälften in ihrer Wertigkeit wieder anzugleichen. Unterm Strich gilt, dass knapp 55 Prozent der Patienten nach einem Schlaganfall mit leichten Beeinträchtigungen weiterleben können. Rund 30 Prozent haben nach 90 Tagen noch mittlere bis schwere Behinderungen. Die anderen überleben den Schlaganfall leider nicht.

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Datum:  10.3.2010
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