Für Hamburgs Beamte ist es der Horror: Immer häufiger sind sie lebensgefährlichen Gewaltattacken ausgesetzt! Die SPD will jetzt mit einem Acht-Punkte-Plan gegensteuern.
Binnen Jahresfrist häuften sich die krassen Fälle: Im März 2005 überlebt Amtsrichter Klaus-Ulrich Tempke ein Messerattentat in der öffentlichen Rechtsauskunft am Holstenwall (City) nur knapp. Im Juni zieht ein 37-Jähriger bei einer Verkehrskontrolle plötzlich eine Pistole, verletzt vier Polizisten. Im Oktober sticht ein Handwerker, den Steuerschulden drücken, eine Beamtin (33) im Finanzamt Bergedorf mit einem Küchenmesser nieder. Die 33-Jährige überlebt schwer verletzt. Und erst vorige Woche übergießt ein Häftling (25) in "Santa Fu" drei Justizbeamte mit heißem Wasser - die Folge: Verbrühungen.
Jetzt fordert die SPD Konsequenzen, um Staatsdiener besser vor Übergriffen zu schützen. Innenexperte Andreas Dressel: "Der Senat muss die Lücken schließen." Heute stimmt die Bürgerschaft über den Forderungskalalog ab, der mit Polizeigewerkschaften und Beamtenbund abgestimmt ist. Die wichtigsten Punkte: Videoüberwachung bei Polizeikontrollen mit Streifenwagen, Installation zusätzlicher Alarmknöpfe in gefährdeten Behörden, Einsatz privater Sicherheitsdienste, Einleitung von Strafverfahren gegen alle Täter.