Der Gala folgte Lob von allen Seiten. HSV-Star Jerome Boateng brillierte zum Auftakt der U-21-EM. Ein souveräner, entschlossener und fehlerfreier Auftritt. Sportchef Dietmar Beiersdorfer schickte seinem 20-jährigen Profi gestern einen Ritterschlag hinterher: "Er hat beste Voraussetzungen, um ein internationaler Topverteidiger zu werden."
Boatengs Auftritt macht Lust auf mehr. Heute wird der kernige Youngster gegen Finnland (18.15 Uhr live im ZDF) wieder in der Innenverteidigung wirbeln. Dort, wo er sich am wohlsten fühlt: "Man könnte sagen, es ist meine Lieblingsposition. Auch in der Jugend habe ich in der Innenverteidigung gespielt, das liegt mir."
Jubel, Lob, Begeisterung, Spielfreude - Worte, die Boateng in der Ära Martin Jol nur selten in Verbindung mit sich und seinem Spiel bringen konnte. Der Niederländer schob ihn - wenn er Boateng überhaupt spielen ließ - in der Defensive hin und her. Eine schwierige Zeit für das Megatalent. "Das ist nicht im Sinne der Ausbildung eines Spielers", schimpfte U-21-Coach Horst Hrubesch. Unter dessen Ägide und vor den Augen von Beiersdorfer und Bruno Labbadia zeigte Boateng, was er draufhat. Und bestätigte offenbar nur die Meinung des neuen Trainers. Labbadia soll sich intern deutlich positioniert haben, sieht Boateng im Abwehrzentrum.
Für den Sportchef kam die Demonstration des Profis nicht überraschend. "Jerome hat ja auch schon für den HSV in der Innenverteidigung gespielt. Im UEFA-Cup in Istanbul und in der Bundesliga gegen Frankfurt hat er gezeigt, dass er auf dieser Position gut zurechtkommt. Gegen die Spanier (0:0) hat er dies bestätigt und der Abwehr viel Stabilität gegeben."
Die Spanien-Show des HSV-Asses sorgte derweil für wilde Gerüchte in England. Laut "Daily Express" soll gar der FC Arsenal Interesse an den Diensten des HSV-Stars haben. Fünf Millionen Euro Ablöse habe man bei den "Gunners" angedacht, um Boateng auf die Insel zu lotsen. Folgt gegen Finnland erneut eine Gala darf man gespannt sein, bei welchem Klub er als Nächstes gehandelt wird.