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SICHERHEITSLÜCKE

Vorsicht! Sicherheitsrisiko Packstation

Packstation

Foto: dpa

Sie werden immer beliebter. Vor allem bei Bürgern, die tagsüber nicht zu Hause sind und es deshalb toll finden, Pakete auch außerhalb von Filial-Öffnungszeiten in Empfang nehmen zu können. Von DHL-Packstationen ist die Rede. Ganz und gar nicht toll ist allerdings, dass deren Nutzer derzeit zur Zielscheibe von Internet-Gangstern werden.



Ein Opfer: Stefanie Koschmidder. Die 32-jährige Bramfelder Bürokauffrau sagt betrübt: „Früher habe ich mich über Leute lustig gemacht, die auf Phishing-Mails reingefallen sind. Und jetzt ist es mir selbst passiert.“ Ein Trost: Die E-Mails und die Internetseiten, mit denen die Täter operieren, sind laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) perfekt gemacht. Haarsträubende Rechtschreibfehler, holpriges Deutsch – all das, was Phishing-Mails früher auszeichnete, gibt es hier nicht: Sie sehen echt und überzeugend aus – wie original von DHL.



Stefanie Koschmidders Tragödie begann im Mai. Da sie den Packstationen-Service länger nicht in Anspruch genommen hatte, wunderte sie sich über die Mail nicht einmal: DHL sei aufgrund der großen Nachfrage gezwungen, „dauerhaft inaktive Accounts für neue Kunden freizugeben“. Wer die Packstation weiter nutzen wolle, müsse sich binnen sieben Tagen einloggen.



Stefanie Koschmidder tappte in die Falle: Sie befolgte alle Anweisungen, tippte ihre PIN-Nummer ein, gab ihre Kundennummer und ihr Passwort preis. Misstrauisch wurde sie erst Tage später, als sie – diesmal tatsächlich von DHL – die Benachrichtigung erhielt, ein Paket liege für sie in einer Packstation in Radevormwald (Bergisches Land) zur Abholung bereit. „Wo zum Teufel ist Radevormwald?“, war ihr erster Gedanke. Und der zweite: „Ich hab' doch gar nichts bestellt!“



Insgesamt ist es den Betrügern 14 Mal gelungen, mit der geklauten Identität von Stefanie Koschmidder im Versandhandel einzukaufen und sich Pakete zu verschiedenen Packstationen in Nordrhein-Westfalen schicken zu lassen. Weil Stefanie Koschmidder zwischenzeitlich ihre Zugangsdaten änderte, versiegte die Quelle: Lediglich sieben der Pakete konnten die Gangster in ihren Besitz bringen.



Für die Hamburgerin heißt es jetzt: abwarten und hoffen, dass es nicht so schlimm wird. Jeden Tag beim Gang zum Briefkasten fürchtet sie, dass die Rechnungen vorfindet. Sicher ist: Die Absender der Pakete werden ihr Geld haben wollen. Und sie werden sich an Stefanie Koschmidder halten. Sie hat mittlerweile Strafanzeige erstattet.

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Datum:  21.7.2010
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