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SHERLOCK HOLMES

Der altbekannte Detektiv als moderner Action-Held

Seit seiner literarischen Einführung 1887 durch Arthur Conan Doyle ist Sherlock Holmes zum wohl berühmtesten Detektiv der Welt avanciert. Zu seiner Popularität haben dabei nicht nur die vier Romane und 56 Kurzgeschichten aus Doyles Feder beigetragen, sondern auch zahllose Kino- und Fernsehfilme. In der Regel löst Holmes knifflige Kriminalfälle mit Köpfchen. In Guy Ritchies Film benutzt er darüber hinaus ziemlich oft seine Fäuste. Wer den Meisterdetektiv vor allem als grübelnden Pfeifenraucher in Erinnerung hat, wird sein blaues Wunder erleben ...



Und das gleich bei den ersten Szenen, in denen Holmes (Robert Downey jr.) und sein Kompagnon Dr. Watson (Jude Law) den finsteren Lord Blackwood (Mark Strong) actionreich daran hindern, einen weiteren Ritualmord zu begehen. Der Verhaftete zeigt sich davon freilich ebenso wenig beeindruckt wie von der Aussicht auf seine baldige Hinrichtung. Im Gegenteil: Kurz vor seinem Gang zum Galgen stößt er Holmes gegenüber noch düstere Prophezeiungen aus. Nur das Gefasel eines verwirrten Okkultisten? Dass mehr dahintersteckt wird evident, als Blackwood scheinbar von den Toten wiederaufersteht und weitere Morde begeht, die - wie sich herausstellt - Teil eines monströsen Komplotts sind.



Für zusätzliche Unruhe sorgt das Auftauchen der mysteriösen Amerikanerin Irene Adler (Rachel McAdams), einer gerissenen Kriminellen, mit der Holmes einst eine leidenschaftliche Affäre hatte. Und noch etwas macht dem Detektiv schwer zu schaffen: Kollege und WG-Mitbewohner Watson hat Heiratsabsichten und trägt sich ernsthaft mit dem Gedanken, den stressigen Schnüffler-Job an den Nagel zu hängen.



Die Wortgeplänkel zwischen den beiden Freunden, die sich mitunter zanken wie manch altes Ehepaar, zählen mit zu den Highlights des Films, der sich auch sonst durch pointierte Dialoge auszeichnet. Dabei drückt Robert Downey jr. der Titelfigur seinen ureigenen Stempel auf und gibt dem Superhirn den gleichen ironischen Touch wie seinem Superhelden "Iron Man". Von "Watson" Jude Law wird er perfekt ergänzt. Das kongeniale Zusammenspiel der beiden bestens aufgelegten Stars ist der Hauptgrund dafür, dass der "neue" Holmes, dem gleichwohl ein paar seiner altbekannten Eigenheiten belassen wurden, einfach riesengroßen Spaß macht.



Okay, die Handlung mag ein wenig verworren sein. Und ein paar für Guy Ritchie ("Bube, Dame, König, GrAs", "Snatch") typische visuelle Effekte weniger hätten es auch getan. Doch insgesamt stimmt die Mischung aus Humor, Spannung und Action. Zudem sind die Bilder, die die Atmosphäre des viktorianischen Londons am Ende des 19. Jahrhunderts vital heraufbeschwören, eine wahre Augenweide. Besonders eindrucksvoll die gerade im Bau befindliche Tower Bridge, auf der auch der finale Showdown stattfindet. Nach dem deutet sich übrigens eine (auch wahrscheinliche) Fortsetzung an. Darin wird dann wohl ein Holmes-Widersacher eine große Rolle spielen, der eingefleischten Fans des Meisterdetektivs nur zu bekannt sein dürfte.



Fazit: Der "runderneuerte" Sherlock Holmes macht Laune. Allein schon wegen Robert Downey jr., der für seine Interpretation der Spürnase gerade einen Golden Globe abgestaubt hat.



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Datum:  28.1.2010
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