Hessen hat gestern beschlossen, die Studiengebühren abzuschaffen - und auch in Hamburg gibt es Neuigkeiten in Sachen Campus-Maut. Gestern hat der Senat beschlossen: Künftig sind die Gebühren niedriger, man kann sie erst nach dem Studium bezahlen, und auch Top-Studenten müssen löhnen. Die MOPO beantwortet die wichtigsten Fragen:
Wann geht es los mit den geringeren Gebühren? Im Herbst. Ab dem Wintersemester 2008/2009 betragen die Studiengebühren 375 Euro pro Halbjahr (statt 500 Euro). Sie können wie bisher pro Semester gezahlt werden - oder erst nach dem Studium.
Ab wann wird zurückgezahlt?? Fällig wird die Summe erst, wenn das Jahreseinkommen höher als 30000 Euro brutto ist. Dann muss die Summe auf einen Schlag zurückgezahlt werden.
Und wenn man weniger verdient? Dann setzt die Rückzahlung aus, bis man diese Summe erreicht.
Fallen Zinsen an? Jein. Zinslast entsteht nur bei denjenigen, die zur Rückzahlung ein Darlehen aufnehmen.
... Wie finanziert die Uni den Ausfall ? Weil die Gebühren nachgelagert sind, entsteht eine Finanzierungslücke. Die wird die Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt stopfen, die das Geld später von den Studenten wiederholt.
Was ändert sich bei der Befreiung von Gebühren? 10000 Studenten mehr müssen blechen. Unter anderem werden keine Studenten mehr wegen Topleistungen befreit. Die mit Kind oder Behinderung müssen auch zahlen. Wenn sich ihr Studium aber verlängert, sind die Extra-Semester gratis.
Was sagt die Opposition ? Dorothee Stapelfeldt (SPD): "Die Regelung ist Murks. Die Zinsen und Bürokratiekosten für die Stadt werden bis zu 22 Millionen Euro im Jahr betragen. Gleichzeitig kommen bei den Hochschulen nur rund 38 Millionen an."
Was sagen die Studentenvertreter? Olaf Holst, Vize-AStA-Chef: "Wir sind enttäuscht, dass Studenten das Geld auf einmal zurückzahlen müssen. Viele werden einen Kredit aufnehmen. Gut: Studenten bekommen ein Mitspracherecht bei der Gebührenverwendung."