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Selbstmord-Drama: 14-Jährige erhängt sich wegen Cybermobbing

Vergeblich versuchte sich die 14-jährige Hannah gegen die Cyberangriffe zu wehren und beging Selbstmord.

Vergeblich versuchte sich die 14-jährige Hannah gegen die Cyberangriffe zu wehren und beging Selbstmord.

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Das Cybermobbing hat schon wieder ein Todesopfer gefordert: Das britische Mädchen Hannah Smith (14) erhängte sich selbst, weil sie den Mobbingattacken und Beschimpfungen von anonymen Nutzern der Frageplattform "Ask.fm" hilflos ausgeliefert war. Vorher sollen User das junge Mädchen sogar zum Selbstmord aufgefordert haben.

"Tu uns einen Gefallen und bring dich einfach um", schrieb ein Nutzer, während ein anderer forderte: "Stirb, jeder wäre glücklich darüber." Dabei hatte sie nur nach einem Rat zur Behandlung ihres Ekzems gesucht. Anfangs versuchte sich das Mädchen noch gegen die Hass-Angriffe zu verteidigen: "Ich weiß, dass ich hässlich bin. Das müsst ihr mir nicht erzählen." Die Cyberattacken wurden jedoch immer massiver, bis Hannah es nicht mehr ertragen konnte und sich selbst erhängte.

Selbst nach Hannahs Tod gehen die Beleidigungen und Beschimpfungen weiter. So schreibt ein User, dass es ihre eigene Schuld sei, dass sie sich das Leben genommen habe, während ein anderer User es gut finde, dass Hannah sich selbst getötet hat. Ihre 16-jährige Schwester Joanna, die sie tot in ihrem Zimmer entdeckte, soll nun selbst ins Visier der Cybermobber geraten sein.

Hannahs Vater David Smith fordert deshalb ein Eingreifen des britischen Premierministers David Cameron, um weitere Todesfälle durch Cybermobbing zu bekämpfen. "Wieviele Teenager müssen sich noch umbringen, bevor etwas unternommen wird?", sagte Smith zur Tageszeitung "Daily Mirror". Seine Tochter sei auf die schlimmste Art gestorben, die man sich nur vorstellen könne. "Keine andere Familie sollte so etwas erleben."

Mit einer Onlinepetition, welche Seiten wie Ask.fm verbietet, sollen weitere Angriffe im Netz verhindert werden, da Hannah nicht der erste Todesfall durch Cybermobbing ist. In Zusammenhang mit Mobbingattacken auf Ask.fm, die rund 60 Millionen Mitglieder verzeichnet, sollen vorher schon fünf weitere Kinder aus Großbritannien, Irland und den USA Selbstmord begangen haben.

Trotz zahlreicher Petitionen und Seiten, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass Ask.fm die Richtlinien ändert, um die anonymen Kommentare zu verbieten. Einer der Gründe, ist der Standort der Server. Diese befinden in Lettland, sodass man Konsequenzen aus Großbritannien nicht fürchten muss.

Im Dezember erst hatte sich Mark Terebin, einer der "Ask.fm"-Gründer noch dazu geäußert: Die Medien würden die Falschen ins Visier nehmen. "Es geht nicht um die Webseite. Es geht um Erziehung und moralische Werte." Dabei zeigt eine neue Studie der Universitäten Münster und Hohenheim, dass jeder dritte Schüler von Cybermobbing betroffen ist.