Selbstjustiz in England: Ein 14-jähriges Mädchen soll einen 45-jährigen Arbeitslosen brutal erstochen haben. Das Motiv: Rache wegen Vergewaltigung.
Freitagabend in London: Robert Daley (45) liegt in seiner Wohnung auf dem Fußboden - in einer riesigen Blutlache. Sein Brustkorb ist total zerstochen. Mit letzter Kraft greift er zum Handy, wählt den Notruf. Seinen Vornamen sagt er noch, dann ist er tot.
Ein Nachbar findet die Leiche und ruft sofort die Polizei. Den Behörden ist der Tote bekannt: Robert Daley galt als Sexualstraftäter. Ein 14-jähriges Mädchen hatte den arbeitslosen Bauarbeiter vor Wochen angezeigt: Er soll sie und ihre 18-jährige Halbschwester sexuell missbraucht haben. Doch zum Prozess kam es nie - aus Mangel an Beweisen.
Und genau deshalb sitzt die 14-jährige seit Sonntag in U-Haft. Verdacht: Selbstjustiz. Sie habe getötet, weil sie Daley nie vor Gericht sah. Jetzt muss das Mädchen selbst vor den Richter - als mutmaßliche Täterin.
Daleys Angehörige sind gespalten: Manche nannten ihn einen ,,sanften Riesen", andere mieden den Mann, der über einem Kinderspielplatz wohnte.