Nachsitzen in den Ferien: Die Horrorvorstellung aller Schüler könnte unter Schwarz-Grün wahr werden. Dafür fällt aber eine noch schlimmere Strafe weg - das Sitzenbleiben. Statt eine ganze Klasse zu wiederholen, sollen die Schüler individuelle Schwächen in Algebra oder Rechtschreibung in speziellen "Aufbautrainings" wettmachen. Und das könne eventuell auch in den Ferien passieren - wie zum Beispiel in den USA.
Dort sind "Summerschools" ganz normal. Gefragt, ob es diese auch in Hamburg geben könne, sagte GAL-Bildungsexpertin Christa Goetsch: "Natürlich, warum denn nicht? Das ist doch viel sinnvoller. Das spart übrigens viel Geld."
Der Schwerpunkt liege aber klar auf dem Ganztagsunterricht. Statt in teure private Nachhilfe zu investieren, sollen Schüler von den Schulen gefördert werden. Nötig sei ein konsequent individualisierter Unterricht, so die Bildungssenatorin in spe: "Nicht 30 Kinder, Frontalunterricht und Tafel. Das ist Unterricht von vor 100 Jahren, der leider auch immer noch gemacht wird." Dazu müssten Lehrer jedoch dringend fortgebildet, regionale Schulkonferenzen einberufen und kleinere Klassen eingerichtet werden.
Goetsch kritisierte zudem die jüngsten Schulreformen. "Die waren handwerklich schlecht und zu schnell gemacht. Eltern und Schulen haben die Nase voll." Zugleich verteidigte sie wiederum den geplanten Start der nächsten Reform in zwei Jahren. "Wir können nicht nochmal zehn Jahre warten und dieses Elend reproduzieren, wie es jetzt ist." (mn)