Ahlhaus wurde am 25. August Nachfolger des zurückgetretenen Ole von Beust. Schon die Nominierung des Hardliners kam für viele überraschend. Als er bei seiner Wahl nicht nur die Stimmen seiner schwarz-grünen Koalition erhielt, sondern auch zwei aus der Opposition, schien die Übergabe des Staffelstabs vom liberalen Beust zum kernigen Ahlhaus geglückt.
Der 41-Jährige versprach, ein Bürgermeister zum Anfassen zu sein. Auf einer Skala von links nach rechts gab er sich selbst eine "sehr gesunde positive Null". Er tönte: "Wer mich in die reaktionäre Ecke stellt, irrt gewaltig."
Tatsächlich? Er profilierte sich als kompromissloser Law-and-Order-Mann. Die MOPO am Sonntag enthüllte seine Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung. Daraufhin bat er den Verein, ihn als Gastmitglied zu streichen. Millionen-Umbau seiner Luxus-Villa, Elbphilharmonie, Elbvertiefung, Reiterstaffel, Polizeiorchester und nicht zuletzt das Festhalten an seinem Finanzsenator Carsten Frigge sorgten für Kritik.
Ein Bürgermeister zum Anfassen? "Michel -Alster -Ahlhaus" auf Plakaten wie bei von Beust? Undenkbar, obwohl Ahlhaus alles versuchte, um sich mit seiner schönen Frau Simone volksnah zu geben. Dann der mediale Fehltritt: Im Klatschblatt "Bunte" ließ er sich mit Ehefrau Simone als mondänes Herrscherpaar inszenieren. Der Bericht erschien am 25. November -dem Tag, als der Senat das Millionensparpaket beriet.