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SCHULKRIEG

"Gastschülern" aus Schleswig-Holstein droht in Hamburg der Rauswurf

Diese Befürchtung treibt die betroffenen Eltern um. Denn zum 31. Dezember läuft das Gastschulabkommen zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein aus.



Noch immer streiten die Länder um die Finanzierung. "Müssen unsere Kinder dann Knall auf Fall mitten im Schuljahr die Schule wechseln, weil die Politiker sich nach jahrelangem Streit nicht einigen können?", fragt Mutter Andrea Meyer-Stoll.



Der Streit zieht sich bereits seit 2004 hin. Dabei liegt der Streitwert "nur" bei etwas mehr als zehn Millionen Euro. Hamburg will von Schleswig-Holstein 22 Millionen Euro für den Schulbesuch erstattet haben. Bisher zahlt Schleswig-Holstein aber nur 8,5 Millionen Euro. Beide Seiten betonen ihre Bereitschaft, sich zu einigen. Doch obwohl die Zeit drängt, passiert wenig. Gibt es keine Einigung, so würde Hamburg den betroffenen Privatschulen keine Finanzhilfen für die Schüler mehr zahlen.



Heute wollen die betroffenen Eltern spontan den Schulausschuss im Hamburger Rathaus stürmen und ihre Sorgen vorbringen. Besonders betroffen sind die Rudolf-Steiner-Schulen: In Bergedorf kommt jeder zweite Steiner-Schüler aus Schleswig-Holstein, in Bergstedt jeder dritte. "Wenn wir für diese Schüler die Finanzhilfen nicht mehr bekommen, dann können sie nicht an der Schule bleiben", sagt Mathias Farr, Leiter der Rudolf-Steiner-Schule Wandsbek. "Das könnten wir nicht kompensieren."



Andrea Meyer-Stoll (47) aus Ahrensburg hat zwei Kinder auf der Steiner-Schule in Farmsen. "Sie sind dort seit der ersten Klasse und haben Freundschaften geschlossen." Ihr Schulweg ist zudem nur sieben Kilometer lang. "Wenn die Politik wenigstens zugestehen würde, dass die Kinder ihre Schulabschlüsse noch dort machen dürfen." Doch diese Zusage will niemand machen. Obwohl in zwei Monaten die Frist ausläuft.





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Datum:  28.10.2010
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