Die katholische Bonifatiusschule hat in Wilhelmsburg einen hervorragenden Ruf. Wenn es sie nicht gäbe, hätten viele Familien mit Kindern der Elbinsel schon längst den Rücken gekehrt. Doch nun stehen ihr gravierende Einschnitte ins Haus: Die Bildungsbehörde will das Schulgebäude loswerden und möchte es an das katholische Schulamt verkaufen. Doch von dort wird signalisiert, dass die katholische Kirche sich das nicht leisten kann. Der Coup der Schulbehörde: Sie will stattdessen jetzt die Miete um rund 700 Prozent erhöhen.
Bisher wurde für die Schule nur ein Nutzungsentgelt gezahlt. Es lag bei jährlich 90000 Euro. In Zukunft soll daraus eine marktübliche Miete werden, die Stadt will plötzlich 660000 Euro haben. Das würde die Schule in enormen Zahlungsnotstand bringen, es könnte sogar auf ein drohendes Schulgeld hinauslaufen. Für Wilhelmsburg eine Katastrophe. Der Beirat für Stadtentwicklung fürchtet einen Exodus von eingesessenen Familien. Daher fordert er den Ortsausschuss auf, sich gegen diese Mieterhöhung auszusprechen.
Unverständlich für den Beirat ist vor allem das politische Hin und Her. Im Rahmen der Bildungsoffensive Wilhelmsburg wolle die Stadt Millionen in die Schulen vor Ort einsetzen. Gleichzeitig werde der katholischen Schule eine solche Mieterhöhung zugemutet. "Es gibt noch keine Entscheidungen", betont Schulbehördensprecher Thomas John. Die Gespräche mit dem Schulträger würden noch laufen.
Die Mieterhöhung droht nicht nur der katholischen Schule in Wilhelmsburg, sondern auch in Altona und Harburg. Auch dort ist die Kirche nur Mieter.