Nachmittags nach der Schule gehen sie demnächst nicht zu Freunden, sondern zur Uni. Ab Oktober 2006 dürfen sich begabte Schüler schon mal im Studieren üben. Sie besuchen Vorlesungen, schreiben Klausuren - genau wie echte Studenten. Wer Prüfungen schon jetzt besteht, muss sie beim späteren Studium nicht mehr machen.
Derzeit tüfteln Schulbehörde und Universitäten an letzten Details für das Projekt. Wer schon als Schüler studieren will, muss in den meisten Fächern eine Eins haben, belastbar und eigenständig sein. In der Regel dauert die Uni-Zeit ein Jahr.
An dem Konzept mitgearbeitet haben die Universität Hamburg und die TU Harburg (TU). An der Technischen Universität können schlaue Schüler schon seit drei Jahren an Vorlesungen teilnehmen. "Viele fühlen sich im Unterricht nicht ausgelastet", sagt TU-Sprecherin Jutta Werner.
Olga Heismann (17) vom Hansa-Gymnasium (Bergedorf) hat im vergangenen Jahr an der TU zwei Semester lang Grundlagen der Mathematik studiert. Die Klausuren bestand sie mit "sehr gut" und "gut". "Anfangs war es komisch, unter den Studenten zu sein", sagt die damals 16-Jährige.
"Wir rechnen mit der meisten Nachfrage in den Naturwissenschaften", sagt Christian Hild, Pressesprecher der Universität Hamburg. Weil die Studenten offiziell nicht als Studenten gelten, müssen sie keine Gebühren zahlen. Bald beginnen für Olga die Abi-Vorbereitungen. Was danach kommt, weiß sie nun ganz genau: "Ich will Mathematik studieren."
Der amerikanische Schriftsteller T.C. Boyle erreicht mit seinen Büchern („Wenn das Schlachten vorbei ist“, 2012) ein Millionenpublikum. Der Mann hält wenig von den Menschen, auch weil die die Umwelt zerstören.