Der Dauerfrost hat Hamburgs Straßen in Kraterlandschaften verwandelt. Kaum eine Asphaltdecke, die nicht von Schlaglöchern durchsiebt ist. Der Kampf gegen die Buckelpisten ist eine Sisyphusarbeit: Viele Füllungen halten nur wenige Tage. Die MOPO hat zwei Straßenbauer aus Harburg bei ihrer Arbeit begleitet.
Seit Wochen gibt es für Klaus Menke (52) und Cemal Aslan (42) nur ein Thema: Schlaglöcher. Tagein, tagaus ziehen die Mitarbeiter des Bauhofs durch den Bezirk Harburg und versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Wirklich Feierabend haben die beiden nie: "Wenn die Polizei uns ein schlimmes Schlagloch meldet, müssen wir wieder raus", sagt Klaus Menke.+
Das Prozedere ist immer dasselbe: Straßenabschnitt absperren. Mit dem Besen den Splitt aus dem Loch fegen. Mit dem Brenner den Riss trockenlegen, das erwärmt auch den Boden - die neue Füllung hält besser. Anschließend Kaltasphalt in das Loch schütten, mit dem Rüttler festdrücken fertig!
"Pro Tag flicken wir 60 Schlaglöcher, mehr geht nicht", sagt Aslan. Wie viele Löcher es insgesamt sind, weiß niemand. Aber schon der Asphalt-Verbrauch zeigt: Die Lage ist dramatisch! Bauhof-Chef Matthias Pertschy (50): "Normalerweise brauchen wir jährlich 50 Tonnen Kaltasphalt.
In diesem Jahr haben wir allein im Januar 26 Tonnen verbaut." Der ADAC geht von "mehreren zehntausend Schlaglöchern" in Hamburg aus.
"Der häufige Wechsel zwischen Frost und Tauwetter hat den Straßen den Rest gegeben", sagt Susanne Nissen (42), Abschnittsleiterin im Bereich Tiefbau des Bezirks Harburg. Die Bauhof-Angestellten kommen mit ihrer Arbeit kaum hinterher. Um der Asphaltkaries einigermaßen Herr zu werden, hat der Bezirk zwei zusätzliche private Straßenbauer engagiert.
Auch das Material geht den Behörden aus: Der günstige Standard-Kaltasphalt (zehn Cent pro Kilo) ist restlos ausverkauft. Deshalb müssen Stadt und Bezirke auf den besseren, aber teueren Kaltasphalt für einen Euro pro Kilo zurückgreifen. Mit dem beständigeren Heißasphalt kann im Winter nicht gearbeitet werden: Er würde sofort brüchig werden.
Zermürbend: Die meisten Löcher brechen schon nach kurzer Zeit wieder auf.
Der gute teurere Asphalt hält ein bis zwei Wochen, die Standard-Mischung oft nur drei bis vier Tage. "Was wir momentan machen, ist Erste Hilfe, reine Notmaßnahmen," sagt Bauhof-Leiter Pertschy. Die 678000 Euro (für die gesamte Stadt sind es 39 Millionen Euro), die Harburg für Straßen-Reparaturen zur Verfügung stehen, werden bereits im Sommer aufgebraucht sein.
Anfang der Woche hatte der Senat weitere zehn Millionen lockergemacht. Dass das reichen wird, ist unwahrscheinlich: Eine Umfrage von "Hamburg 1" unter den Bezirken Nord, Mitte, Bergedorf und Wandsbek ergab einen geschätzen Bedarf von insgesamt 64,9 Millionen Euro.
Und es droht weiterer Ärger: Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Jan Balcke fand mit einer Anfrage heraus: Bei den Bezirksämtern sind infolge des Schlagloch-Desasters bislang 13 Regressforderungen von genervten Anwohnern eingegangen.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?