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SCHLÄGE UND TRITTE IN BLANKENESE

"Dieser Polizei-Einsatz war empörend"

Ärger am NPD-Stand

Dass sich die Rechtsextremen mit ihren NPD-Ständen im gutbürgerlichen Stadtteil breitmachen, ist in Blankenese schon fast Alltag. Beim letzten Mal jedoch eskalierte die Situation. Während des Protests gegen den Stand an der Blankeneser Bahnhofstraße sollen Polizisten Sonnabendmorgen hart gegen die Demonstranten und auch unbeteiligte Blankeneser vorgegangen sein. Das Dezernat Interne Ermittlungen wurde eingeschaltet (MOPO am Sonntag berichtete).



Rund 15 Linke sollen versucht haben, den Stand zu stürmen. "Die Personen drängten die Beamten aggressiv beiseite", sagte eine Polizeisprecherin. Die Beamten reagierten mit Schlagstöcken und Pfefferspray. Zehn Protestler wurden wegen Landfriedensbruchs vorläufig festgenommen. Die Polizei bestätigte, dass zwei Männer durch Pfefferspray beziehungsweise den Biss eines Diensthundes verletzt wurden und ins Krankenhaus kamen.



Auch ein Blankeneser Familienvater erlitt bei dem Einsatz leichte Verletzungen. Mit zitternder Stimme berichtet er: "Als ich morgens zum Brötchenholen gegangen bin, sah ich, wie Polizisten auf meine Tochter losgingen. Und das in meinem eigenen Garten."



Seine Tochter soll lediglich "Nazis raus" gerufen haben, so der Mann gegenüber "NDR Info". Der Vater ging dazwischen, um seinem Kind zu helfen. "Das sind große, erwachsene Männer gewesen, meine Tochter ist doch erst 16", sagt er fassungslos. Bevor der Vater irgendetwas hätte machen können, sei er zu Boden gebracht worden.



Zwei Beamte auf ihm. Die Hände auf dem Rücken gefesselt. "Ich hatte Dreck im Mund. Meine Brille ist kaputt und ich habe eine Verletzung am Kinn." Der Blankeneser schüttelt den Kopf: "Seit gestern habe ich den Glauben an unser Rechtssystem verloren."



Nicht nur der Familienvater ist empört über das Vorgehen der Polizei. "Ich war völlig entsetzt. Diese massive Bekämpfung der Demonstranten war schockierend", sagt Astrid Juster (64), SPD-Bezirksabgeordnete aus Altona. Auch die 81-jährige Antje K. ist schockiert. "Ein älterer Mann wurde von Beamten geschubst, als er sich über das Vorgehen beschwerte", so die Frau, die bei der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes tätig ist.



Polizei und Innenbehörde hielten sich gestern bedeckt. Eine Polizeisprecherin bestätigte, dass Anzeige gegen die Beamten erstattet wurde und das Dezernat Interne Ermittlungen die Vorwürfe nun prüfe. "Dieses Dezernat wird wie immer alle Anzeigen gegen Hamburger Polizeibeamte sorgfältig bearbeiten", sagte Thomas Butter, Sprecher der Innenbehörde. Da es sich um ein laufendes Verfahren handle, könne er jedoch nicht mehr sagen. Die Linke will nun eine Anfrage zu dem Einsatz an den Senat stellen.



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Datum:  14.12.2009
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