Sie war die vierte Frau eines kuwaitischen Scheichs und wog bei einer Größe von nur 1,58 Metern fast 90 Kilogramm. Die 58-Jährige litt entsetzlich unter einer regelrechten "Fettschürze", die sie vorm Bauch mit sich herumtrug. Diesen Wulst wollte sich die Mutter zweier Kinder in einer Hamburger Schönheitsklinik entfernen lassen. Knapp sieben Stunden nach der Operation war die Kuwaiterin tot. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Auf ihrer Internetseite bietet die Klinik die ganze Palette der Schönheits-OPs an: Von Lippenunterspritzung über Brustvergrößerung bis zu Schweißdrüsenentfernung und Intimchirurgie. Bei den Ärzten, die hier arbeiten, handelt es sich vor allem um Chirurgen, Zahnmediziner und Anästhesisten. Den Eingriff bei der Frau aus bester kuwaitischer Familie nahm der Chefarzt persönlich vor.
Gegen 18 Uhr am Abend war die OP beendet. Der Arzt hatte eine größere Menge Fett am Bauch der Patientin entfernt und eine "Bauchdeckenstraffung" durchgeführt. Nach MOPO-Informationen wachte die Operierte bald aus der Vollnarkose auf, nahm sogar ein Abendessen zu sich. Der Operateur verließ die Klinik. Die 58-Jährige blieb da, in der Obhut einer Krankenschwester. Die wechselte einen gefüllten Beutel mit Blut, das aus der Wunde abgesaugt wurde, stand im Kontakt mit dem Chefarzt. Nach Mitternacht verschlechterte sich der Zustand der 58-Jährigen rapide. Ihr Blutdruck fiel stark ab. Die Schwester rief den Chefarzt, der fuhr zur Klinik. Aber weder er noch ein alarmierter Notarzt der Feuerwehr konnten die Frau retten. Die Polizei stellte Blut sicher, die Staatsanwaltschaft ordnete ein "Todesermittlungsverfahren" und die Obduktion der Toten an.
Nach MOPO-Informationen wird jetzt geprüft, ob die Frau an inneren Blutungen starb. Sie soll aber auch an Herzproblemen und der Zuckerkrankheit gelitten haben. Außerdem war sie in ihrem Heimatland angeblich bereits am Bauch operiert worden. Da die OP nicht zufriedenstellend ausfiel, hatte der Scheich ihr den Eingriff in Hamburg bezahlt. Er hat die Leiche seiner Frau inzwischen nach Kuwait ausfliegen lassen. Die Klinik hat sich einen auf Medizinfälle spezialisierten Anwalt genommen, will sich vorerst noch nicht zu dem Fall äußern.