Es ist schon fast zum Ritual geworden. Tagsüber vergnügen sich 8000 Anwohner und ihre Familien auf dem Schanzenfest. Und abends gibt es Krawalle. Sonnabend lieferten sich rund 200 Protestler vor der Roten Flora am Schulterblatt Straßenschlachten mit der Polizei. Es waren die heftigsten Krawalle seit Jahren. Acht Polizisten und sieben Demonstranten erlitten Verletzungen. Das Einsatzprotokoll:
- 20.49 Uhr: An der Lippmannstraße zünden Unbekannte einen Müllcontainer an. Fast zeitgleich werden an der Stresemannstraße, Eifflerstraße und Juliusstraße Barrikaden errichtet.
- 21.56 Uhr: Vor der Roten Flora am Schulterblatt brennt ein Feuer. Die Flammen schlagen rund vier Meter hoch in den Himmel.
- 22.10 Uhr: Die Polizei fordert die Protestler auf, den Platz zu räumen. Kurz danach setzen die Beamten Wasserwerfer ein. Es fliegen Steine und Flaschen. Demonstranten werden festgenommen. Die Polizei setzt Schlagstöcke ein.
- 22.40 Uhr: An der Altonaer Straße brennen Müllcontainer. Barrikaden versperren die Straße.
- 23.10 Uhr: Barrikaden brennen an der Juliusstraße. Immer wieder kommt es zu Flaschenwürfen und Festnahmen.
- 2 Uhr: Die Lage beruhigt sich. Mitarbeiter der Stadtreinigung beginnen mit den Aufräumarbeiten.
- Die Bilanz: Acht Polizisten wurden verletzt. Sieben weitere Personen, darunter von Flaschen getroffene Unbeteiligte, mussten behandelt werden. Insgesamt waren 700 Polizisten im Einsatz. Sie nahmen 38 Personen fest und zehn in Gewahrsam.