Rund 2300 Beamte waren im Einsatz – und etliche mutige Anwohner. Als gegen 22 Uhr neben der Haspa-Filiale am Schulterblatt Müll angezündet wurde, waren es die Krawallos selber, die den Brand nach lauten Protesten der Anwohner wieder löschten. Auf "Bambule"-Rufe reagierten die Anwohner mit Gegen-Gebrüll. "Ihr seid lächerlich. Zeig doch mal dein Gesicht, du Lappen", rief ein Mann.
Selbst als sich Dutzende Vermummte am Neuen Pferdemarkt aufbauten, ließen sich Anwohner von dem bedrohlich wirkenden Schauspiel nicht abschrecken. Eine Frau mit Fleece-Pulli stellte sich einer Gruppe von etwa zehn Krawallmachern entgegen, die gerade dabei waren, Absperrgitter auf die Straße zu ziehen. Die Frau brüllte: "Haut ab, das ist unser Viertel. Wir wollen euch hier nicht." Sie zerrte an den Gittern, die Vermummten ebenfalls. Irgendwann gaben die Randalierer auf, ließen die Frau die Barrikade zur Seite räumen.
"Es ist wichtig und gut, dass sich die Anwohner gewehrt haben. Leider hat es die Randale letztlich aber nicht verhindert", so ein Polizist.
Gegen 22.50 Uhr eskalierte die Situation. Am Neuen Pferdemarkt flogen Flaschen und Steine auf Polizisten. Die Beamten reagierten mit einem massiven Einsatz, rückten bis zur Roten Flora vor.
Während sich die Randale auf das Schulterblatt verlagerte, ging die Party am Neuen Pferdemarkt wieder los. Es gab skurrile Bilder: "Guantanamera" dröhnte aus den Boxen, Feiernde tanzten Tango vor den aufgereihten Polizisten und ein Mann spielte auf einer Mini-Gitarre "ein Tanzlied in G-Moll gegen Polizeigewalt". Wenige Meter weiter spritzten die Wasserwerfer, es brannten Barrikaden (siehe Protokoll).
Insgesamt wurden 14 Personen leicht verletzt, darunter elf Polizisten. 42 Randalierer nahmen die Beamten vorläufig fest, drei wurden in Gewahrsam genommen. Bezeichnend: Kein einziger der Krawallmacher (39 Männer, drei Frauen) wohnt im Schanzenviertel. Die Hälfte der Festgenommenen kommt nicht mal aus Hamburg. Einige stammen sogar aus Sachsen-Anhalt und NRW.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?