Sondersitzung des Innenausschusses zu den Krawallen während des Schanzenfestes: Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) legte auf Drängen von SPD, Linkspartei und GAL das Einsatzgeschehen dar, bei dem 88 Beamte verletzt und 80 gewalttätige Demonstranten festgenommen wurden.
"Es gibt Fragen über Fragen", so der SPD-Innenexperte Andreas Dressel. So soll im Ausschuss geklärt werden, welche Lehren die Innenbehörde aus den Ausschreitungen ziehen werde und welche Konzepte man gegen die "eventortientierten Jugendlichen" habe, die aus reiner Lust an der Gewalt zum Fest angereist seien. "Es müssen Konsequenzen her", sagt Dressel.
Die Abgeordnete der Linkspartei, Christiane Schneider, warf der Polizei konfliktaufheizendes Auftreten vor. Ahlhaus konterte, davon könne keine Rede sein. "Das Einsatzkonzept war richtig und alternativlos."
Dennoch: 40 schwere Körperverletzungen wurden gezählt, so der Einsatzleiter der Polizei, Peter Born. Er schilderte, dass die Taktik der Polizei darauf ausgerichtet war, die ritualisierten Sachbeschädigungen der Krawallmacher zu verhindern. "Das ist gelungen", so Born.
Konfrontiert mit den Vorwürfen, dass Beamte in der St. Pauli-Fankneipe "Jolly Joker" brutal gegen unbeteiligte Gäste vorgegangen sein sollen, sagte Born: "Die Beamten wurden aus der Kneipe heraus mit Flaschen, Gläsern, Barhockern und Glasaschenbechern beworfen." Die Polizisten hätten sich mit Pfefferspray gewehrt.
Die Sondersitzung wird nach der Sommerpause fortgeführt.