Zähneputzen gehört zu unserem Alltag. "Zwei Mal am Tag, zwei bis drei Minuten" lautet die Faustregel. Doch Achtung - Zahnpasta ist nicht gleich Zahnpasta. Die Fachzeitschrift "Öko-Test" hat in Deutschland erhältliche Produkte untersucht und schlägt Alarm: Viele Cremes enthalten schädliche Stoffe, einige davon können sogar Krebs erzeugen! Gerade die teuren Markenpasten schneiden im Test schlecht ab. Die Eigenmarken von Discountern sind dagegen meist völlig unbedenklich.
Drei Zahnpasten wurden mit mangelhaft bewertet, sechs sogar mit ungenügend - Note 6! "Wir raten von ,Colgate Total` und ,Blend-a-Med Complete Plus` ab", sagt Expertin Kerstin Scheidecker von "Öko-Test". In diesen Produkten steckt der Bakterienkiller Triclosan. Dieser Stoff steht in Verdacht, die Antibiotikaresistenz von Bakterien zu fördern. Triclosan ist so aggressiv, dass es die Bakterien im Mundraum tötet, statt nur Beläge zu entfernen.
Andere halogenorganische Verbindungen, von denen viele als allergieauslösend gelten und manche Krebs erzeugen, stecken in acht Produkten. Scheidecker: "Das heißt nicht, dass Sie vom Zähneputzen Krebs kriegen. Die Menge der Inhaltsstoffe entspricht den Normen. Aber im Mund hat das trotzdem nichts zu suchen. Langfristig sind diese Stoffe sicher nicht gut für den Körper."
Durch die Verwendung der falschen Zahnpasta kann es auch zu Reizungen der Schleimhaut führen. Natriumlaurylsulfat ist ein aggressives Tensid und wird in 14 Produkten eingesetzt. "Das macht zwar schön Schaum, ist aber nicht unbedenklich", so die Expertin.
Erstaunlich ist, dass gerade die preiswerten Eigenmarken von Discountern, Drogerie- und Supermärkten oft sogar das Prädikat "sehr gut" erhalten haben. Auch bei Zahnpasten gilt also nicht das Prinzip "Je teurer, desto besser". Unter den letzten Sechs befinden sich zwei Produkte der namhaften Firma Colgate und sogar drei von GlaxoSmithKline ("Dr. Best", "Odol"). Auf MOPO-Anfrage verwies man bei Colgate auf die Firmenzentrale in New York. Bei GlaxoSmithKline erhielten wir eine schriftliche Stellungnahme von Dr. Sigrid Stiller, Direktor Forschung und Entwicklung Mundhygiene. Es gebe "auch andere Meinungen", die der Einschätzung von "Öko-Test" widersprechen. "Leider fließen die zahnmedizinischen Eigenschaften wie Abreibung, Kariesprophylaxe oder Wirkung gegen Plaque nur am Rande in die Bewertung ein - es findet ohne die Durchführung von Tests nur eine pauschale Abwertung auf Basis der Inhaltsstoffdeklaration statt."
"Öko-Test" bleibt bei seinem Urteil. Kerstin Scheidecker rät: "Gehen Sie nicht nach Markennamen!" In der Tabelle (siehe oben) ist die Bewertung diverser Zahnpasten abzulesen. Dazu gibt es wertvolle Tipps von der Expertin.
Von "Dentagard" sollte man laut "Öko-Test" die Finger lassen.
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