Allein ist er schon eine Wucht. Die Sauce setzt dem Königsgemüse jedoch noch die (geschmackliche) Krone auf. Zum Spargel gehört Sauce hollandaise - ganz klar. Viele Hamburger greifen dabei gern zur Fertigsauce, weil's so praktisch ist. Aber ist praktisch auch lecker? Die MOPO wollte es genau wissen und ließ einen Fachmann zehn Fertig-Hollandaises testen.
Thomas Sampl (28) ist Küchenchef im "Apples Restaurant" im Park Hyatt Hamburg an der Bugenhagenstraße (City). "Eine Hollandaise schmeckt am besten, wenn sie frisch ist", sagt er. Fertigprodukte kommen dem Koch nicht auf den Tisch, für seine Gäste stellt er die Hollandaise selber her (Rezept: unten).
Die MOPO bat ihn, zehn Fertigsaucen zu testen, von der Billig-Hollandaise bis zur Gourmet-Version. Der Fachmann rührte an, erwärmte, probierte Sauce um Sauce. Seine Bilanz am Ende: "So richtig überzeugt hat mich keine der Saucen", sagt er. Was ihn erstaunt hat: "Die Pulversaucen, denen man noch Butter zugibt, waren besser als die Fertigsaucen." Auf Platz 1 schaffte es trotzdem eine Fertigsauce: die Gourmet Hollandaise von "Oscar".
Wie sollte sie denn sein, eine perfekte Sauce hollandaise? Erstens: Nicht zu flüssig - der Spargel bringt sehr viel Wasser mit auf den Teller. Ist die Sauce dünn, wird sie in Verbindung mit dem Spargel viel zu wässrig. Zweitens: Ein kleines bisschen orangefarben muss die Sauce aussehen - das ist der Beweis dafür, dass in der Hollandaise echtes Eigelb steckt. Drittens: Am Fett sollte nicht gespart werden. Ja, eine Hollandaise ist eine Kalorienbombe. Aber die Butter darin muss sein, denn sie trägt den Geschmack. Kleiner Trost: Der Spargel hat dafür pro 100 Gramm nur etwa 20 Kalorien.
Und was gibt's dazu? "Am besten schmecken dazu Katenschinken und Moorkartoffeln aus dem Alten Land oder aus der Heide", sagt Thomas Sampl. Übrigens: Die meisten der getesteten Fertigsaucen lassen sich im Handumdrehen verfeinern. Etwas Zitronensaft, Cayennepfeffer, Weißwein und Worcestersauce hinzu - fertig.