SAT. 1-STAR HARRY SCHULZ
Die besten Mittagstische Hamburgs
Foto: Schimkus
Foto: Schimkus
Die MOPO wollte es ganz genau wissen: Wo gibt es schnell und günstig die besten Mittagstische Hamburgs? Harry Schulz (43), seit fast drei Jahren Gastronomie-Tester von Sat.1 und Besitzer des "Lütt'n Grill" (Max-Brauer-Allee 227), zog mit unserem Reporter durch die Stadtteile. In fünf Kategorien präsentieren wir diese Woche täglich seine Geheimtipps.
Die besten Mittags-Tische: Heute Currywurst
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Die besten Mittags-Tische: Heute Currywurst
"Mini Grill"
Die Atmosphäre: Im Schaufenster drehen sich Hähnchen, seit über 43 Jahren gibt's hier Frikadellen, Bratwurst und Schaschlik. Mindestens so sehenswert wie die von Kiez-Künstler Erwin Ross gemalten Pin-up-Mädchen an der Wand ist Bedienung Nicole.
Das Angebot: "Mein Erfolgskonzept ist Frische! Was morgens geliefert wird, ist abends verdaut", sagt der Chef. Ein halbes Hähnchen kostet 3,25 Euro, die aufgeschnittenen Frikadellen gibt's für 1,95 Euro. Ein Hammer: die Salate. Ob Bohne, Gurke oder Kartoffel - alle schmecken leicht süßlich, nach altem Geheimrezept.
Das Urteil: "Das Schaschlik ist das beste Hamburgs." Harry ist gleich um die Ecke geboren und hat hier als Sechsjähriger seine Portion Pommes noch für 60 Pfennig bestellt. Er schwelgt in Erinnerungen und schwebt im siebten Schaschlik-Himmel.
Clemens-Schultz-Str. 79, St. Pauli
"Schorsch am Pferdemarkt"
Die Atmosphäre: 4,20 Meter lang, 1,75 Meter breit - einer der kleinsten Imbisse Hamburgs, ist geschmacklich einer der größten. Harry sagt: "Wenn man das Wort Kult noch in den Mund nehmen darf, dann hier!" Recht hat er.
Das Angebot: Es gibt Schaschlik, Bratwurst, Currywurst und hausgemachten Kartoffelsalat. Entscheidend ist aber Schorsch's Tomaten-Curry-Sauce. An der Wand hängt darüber sogar eine Patent-Urkunde. Und, ach ja - serviert wird nicht auf Pappe, sondern auf Porzellan!
Das Urteil: Schorsch hat Tradition - auch ganz speziell für Harry. 1972 aß er hier mit seinem Papa seine allererste Curry-Wurst. "Aber wie viele komme ich auch nicht zuletzt wegen der ,Anjona'", betont er. Gemeint ist die großartige Ananas-Brause, die nur noch hier zu kriegen ist.
Beim grünen Jäger 14, St. Pauli,
www.imbiss-bei-schorsch.de
„Currywurst Company“
Die Atmosphäre: Es sieht nach standardisierter Fast-Food-Kette aus - ist es aber nicht. Noch nicht! Der Herr der Würste, Ralf Welz, träumt aber davon, mit seiner Systemgastronomie von Winterhude aus ganz Europa zu erobern.
Das Angebot: „Was Sie hier bekommen, ist das Ergebnis aus 15 Jahren Curry-Wurst-Begeisterung“, sagt Welz. Früher verkaufte er Computer, jetzt sechs verschiedene Würste mit vier Saucen. „Der Klassiker“ kostet als Mittagsmenü mit Pommes und 0,3-Getränk 4,90 Euro. Abgehoben: „Die Goldene“ - Currywurst mit Pommes, Goldstaub und einem Schampus-Piccolo (23,90 Euro).
Das Urteil: Harry liebt die Wurst - kein Wunder, denn Welz hat sie extra mit einem Großschlachter abgeschmeckt. Die Saucen geben allen Varianten eine eigene Note. Harry gefällt „die Schärfe im Abgang“.
Mühlenkamp 8, Winterhude,
www.currywurst-company.de
Foto: Sun
„Curry Queen“
Die Atmosphäre: Für den schnellen Hunger zwischendurch ist dieses feine Wurstrestaurant zu schade! Die Fassade ist mini, doch dahinter wird’s groß: Vorbei an einem Geweih geht’s ins blumendekorierte Hinterzimmer an einen schweren Holztisch.
Das Angebot: Bianka Habermann und Sascha Basler steckten mal tief in der Musikszene, wollten aber immer ein Sterne-Restaurant. Entsprechend ausgefallen sieht die Karte aus: Rothirschwurst mit Waldbeerensenf überrascht den Gaumen ebenso wie Bisonbüffel-Wurst für 6,90 Euro. Im Februar eröffnet „Curry Queen“ in der City.
Das Urteil: „Der Curry-Freak sollte sich das Degustations-Menu gönnen“, meint Harry. Es gibt Kalbswurst mit sieben verschiedenen Curry-Pulvern - ein Fest für den verwöhnten Gaumen für 5,90 Euro. Ihm ist heute aber nicht nach Curry - stattdessen bestellt er „Grünkohl mit Pinkel“ für 6,90.
Erikastraße 50, Eppendorf,
www.curryqueen.eu
Foto: Quandt
"Curry Club"
Die Atmosphäre: Ganz schön schick hier! Wer am Tresen bestellt hat und fünf Stufen nach oben steigt, genießt unter feinem Stuck, Kronleuchtern und einem Himmel voller Engelchen. Die Deckenmalerei zeigt den Kampf von Nudel-Fans gegen Wurst-Freaks.
Das Angebot: Weißwurst, Wiener Würstchen und natürlich Currywurst (3 Euro) - das sind die Klassiker. Außerdem gibt's "Mutti's Mittagstisch" - ein täglich wechselndes Gericht für 5,90 Euro. Curry Hühnchen, Steak, aber auch Lasagne - Vielfalt ist Trumpf.
Das Urteil: "Hierher kann man auch eine Prinzessin ausführen", sagt Harry und spießt ein weiteres Stück Currywurst auf. Doch nicht nur das Ambiente hat es ihm angetan - er steht auch auf die pikante, kräftige Sauce. Dazu gibt's frische - nicht tiefgefrorene - goldgelbe Pommes.
Esplanade 22, Innenstadt, www.curryclub-hamburg.de
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Die besten Mittagstische - Teil 3: Iberische Halbinsel
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Die besten Mittagstische - Teil 3: Iberische Halbinsel
"O Frango"
Die Atmosphäre: Stimmengewirr und eine Fado-Melodie füllen den Raum, oben flimmert lautlos ein Fernseher. Als wir zu zweit nur eine gemischte Fischplatte bestellen, fragt Kellnerin Rita irritiert: "Und Sie wollen wirklich nichts? Sie werden es noch bereuen."
Das Angebot: Für rund 6 Euro wird hier jeder glücklich. Ob Schweinefilet in Champignonsauce, Seehecht im Tontopf oder eine Portion Muscheln - Köchin Fernanda aus Viseu hat die Küche voll im Griff. Ähnlich wie im "La Sepia" gehören auch hier Brot, Knoblauchbutter und Suppe zum Mittagstisch.
Das Urteil: Auf Harrys Teller drängen sich Lachs, Butterfisch und ein Thunfischsteak. Als Beilage: In Butter geschwenkte Kartoffeln und Brokkoli. "Sehr gut gewürzt", urteilt Harr und verputzt als Erstes den Butterfisch.
Reimarusstraße 17 (Neustadt), www.churrascaria-ofrango.de
Foto: Kiefer
"ItalBrot"
Die Atmosphäre: Angelo, der Chef des Hauses, ist Italiener, seine Frau Elisabeth stammt aus Portugal. Seit sieben Jahren brummt der Laden, an dessen Wänden von ihr gemalte Bilder in Acryl hängen. Auch Tochter Sarah Navarro ist Künstlerin: Die Sängerin hat gerade einen neuen Song zur Fußball-WM aufgenommen.
Das Angebot: Die italienisch-portugiesische Mischung hat viel zu bieten: Gebratene, marinierte Putenleber mit Zwiebeln auf Salat (7 Euro) gibt's genauso wie wechselnde Nudelgerichte für 5 Euro. Von den Antipasti und den selbst gebackenen Natas ganz zu schweigen.
Das Urteil: Aus dem Ofen auf den Tisch: Elisabeth bringt uns Coscie di Pollo. Das Hühnerfleisch löst sich leicht von der Keule, die Marinade ist raffiniert gemacht. Hähnchen-Experte Harry genießt und schweigt ausnahmsweise.
Elmenhorststraße 6-10 (Altona), Sa und So geschlossen
Foto: Kiefer
"Zur alten Flöte"
Die Atmosphäre: Der nicht eben typisch portugiesische Name des Restaurants ist der Tradition geschuldet: In der alten Destillerie wurde schon 1661 Schnaps gebrannt. Chef Raul Viegas sagt, er habe überlegt, den Namen einfach zu übersetzen - um gewisse Zweideutigkeiten zu vermeiden, hat er aber davon abgesehen.
Das Angebot: Jede Woche stehen drei Fischund drei Fleischgerichte auf der Mittagskarte. Zum Beispiel gibt es Spaghetti Frutti di Mare für 5,90 Euro oder Butterfisch in Zitronensauce für 6,90 Euro.
Das Urteil: Heute gönnen wir uns Spaghetti mit Scampi (5,90 Euro). Davon gibt's reichlich, und sie schmecken auch köstlich - wirklich genießen kann man sie aber nur, wenn man vor viel Knoblauch nicht zurückschreckt. Tester Harry Schulz haucht: "Zum Glück muss ich heute keine mehr küssen."
Koppel 6 (St. Georg), Sa und So mittags geschlossen
Foto: Kiefer
"La Sepia"
Die Atmosphäre: Das "La Sepia" kennt ja eigentlich jeder. Doch nur die wenigsten wissen: Der Mittagstisch ist einfach sensationell. Das Ambiente: Flagge über der mit Frischfisch gefüllten Kühltheke, ein präparierter, brauner Manta-Rochen und ein Hai an der Decke. Immer viel los.
Das Angebot: Fleisch, Fisch, Pasta - das Angebot ist groß und sehr günstig. Alle Gerichte liegen zwischen 4,50 und 6 Euro. Vorab gibt's Weißbrot und Aioli, dazu eine Suppe. Harry: "Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist schwer zu schlagen."
Das Urteil: Wir ordern gleich zwei Hauptgerichte: "Tintenfisch nach Art des Hauses" (5,50 Euro) und "Drei Sorten Fleisch vom Grill" (6 Euro). Die Calamares kommen in der gusseisernen Schale - geschmacklich 1a. Auch Kalbfleisch, Schwein und Rind lassen keine Wünsche offen. Harry sagt zu Kellner Manuel: "Glückwunsch! Mehr geht nicht."
Schulterblatt 36 (Sternschanze), www.la-sepia.de
Foto: Malzkorn
"Cafe- Algarve"
Die Atmosphäre: In dem kleinen Caf- lesen Jung und Alt Zeitung, die Bedienungen plaudern mit Stammgästen. Ein Schinken baumelt von der Decke, am großen Fenster kann man auf Barhockern sitzen. Eppendorf ganz entspannt.
Das Angebot: Chef Jos- da Cunha gibt zu: "Ohne Mama geht gar nichts." Hintergrund: Seine Mutter Emilia kocht und backt nachts, wenn ihr Restaurant "Casa Algarve" am Hofweg geschlossen hat, alles für den nächsten Tag. Gefüllte Paprika, Fischspezialitäten, Gemüsequiche - alle Rezepte sind streng geheim.
Das Urteil: Die Aubergine mit Hack, Käse und Tomaten überbacken - ein Traum für 6 Euro. Harry isst sie aber nicht ganz auf: "Ich muss Platz für den Nachtisch lassen." Sagt's und wählt aus den süßen Köstlichkeiten ein Früchtetörtchen (1,50 Euro).
Eppendorfer Weg 285 (Eppendorf), sonntags geschlossen
Foto:
Kiefer
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Die besten Mittagstische- Teil 2: Asia
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Die besten Mittagstische- Teil 2: Asia
"Asian Food"
Die Atmosphäre: Bunte Leuchtreklame außen, drinnen sind ein Panda-Bär und der Vulkan Fujiyama an die Wand gepinselt. Im TV läuft via Satellit eine chinesische Sitcom. Na ja - über Geschmack lässt sich ja nicht streiten.
Das Angebot: 18 verschiedene Mittagsgerichte zwischen 3,50 Euro (gebratene Nudeln) und 6,30 Euro (gebackene Ente). Am Wok in Hochform: Hai Feng. An der Kasse freundlich: Shun. Seit über zwei Jahren schmeißen sie den Laden und Harry bekämpft hier gerne den schnellen Hunger!
Das Urteil: Unser Experte gönnt sich einen Reisklassiker: Nasi Goreng. "Auf den ersten Blick - alles wie immer", sagt Harry. "Aber dann!" Die Würze aus Curry, etwas Sambal Oelek und mariniertem Hähnchenfleisch macht jeden glücklich.
Jarrestraße 53 (Winterhude)
"Belachan Express"
Die Atmosphäre: Typisch Schnellküche. Neben der Kasse Glückskekse. Im Raum schlichte Stehtische, Barhocker und hinterm Tresen reichlich Action. Die Frauen kassieren, zwei Köche lassen die Pfannen klappern. Stimmengewussel.
Das Angebot: Essen wie in Thailand. Die kleinen Portionen kosten im Schnitt 4,50 Euro, eine Tüte frisches Kropoek 50 Cent.
Das Urteil: Harry setzt auf die Klassiker: Eine Tom Kah Gai (Kokosmilchsuppe mit Hühnerfleisch, 2,20 Euro) und ein Berg gebratener China-Nudeln (kleine Portion 2,50 Euro) wollen verspeist werden. "Die Suppe: Heiß, lecker, viel Fleisch drin. Die Nudeln: Gut und reichlich - ich bin satt und glücklich!", sagt der Tester begeistert.
Hoheluftchaussee 15 (Eppendorf)
"Thu"
Die Atmosphäre: Seit Mai brummt der Laden. Mittags lockt das Buffet für 5,90 Euro! Rund 50 Gäste sitzen dann im Restaurant, an den Wänden hängen große Schwatz-Weiß-Fotos aus Vietnam.
Das Angebot: Am Buffet hat man die freie Auswahl: Aus rund 20 Gemüsen, geschnittenem Fisch und Fleisch kombiniert jeder, wie er will. Dazu kommt noch eine von acht Saucen - fertig ist das individuelle Gericht. Klar, dass man bei der Zubereitung im Wok zuschauen kann ...
Das Urteil: "Ich bin süß-sauer", sagt Harry und fischt ein Stück Tintenfisch aus der Sauce. Er grinst so sanftmütig wie ein erleuchteter Asiate. "Qualität und Geschmack sind top - wer hier isst, spürt gleich ein gutes Karma." Sagt's - und verneigt sich beim Gehen vor dem Hausaltar.
Bahrenfelder Straße 105 (Altona)
"Wok-Express"
Die Atmosphäre: Draußen gelb-grüne Leuchtreklame, automatische Flügeltür aus Glas und auf den Tischen Bonsai-Bäumchen. Dazu rot gekleidete, süß lächelnde Bedienungen - alles sieht nach klassischer Asia-Fast-Food-Kette aus.
Das Angebot: Hauptgericht, Suppe und 0,3 Liter Getränk für 5,50 Euro - das passt! Chef Georg Keung erklärt sein Erfolgsrezept: "Wir haben Köche aus China, Vietnam, Thailand und Indien. Je nachdem wer Dienst hat, wechselt unser monatlicher Schwerpunkt." 20 klassische Hauptgerichte aus dem Wok gibt's aber immer.
Das Urteil: "Saftig und trotzdem knusprig - das ist große Kunst." Harry spricht von der mageren Ente, die sauber geschnitten vor ihm liegt. Darunter: Knackiges Gemüse, guter Sojageschmack. Wer will, kann im Extra-Schälchen auch süß-sauer dippen.
Kirchenallee 55 (St. Georg)
"Mr. Hang"
Die Atmosphäre: Wer "Mister Hang" nicht kennt, läuft daran vorbei! Von außen total unscheinbar, innen graue Kacheln. Seit 15 Jahren wird hier gebrutzelt und die Zeit ist leider nicht spurlos an der Küche vorbeigegangen. Sauber ist es trotzdem.
Das Angebot: Was Koch Van Phuoc aus Vietnam in den Wok wirft, verwandelt sich in eine Köstlichkeit. Zum Mittagstisch für im Schnitt 5,50 Euro gehören entweder drei Mini-Frühlingsrollen oder die klassische Pekingsuppe. Für Vegetarier gibt's eine buddhistische Fastenspeise, der Chef empfiehlt jedem seine Dim- Sum-Spezialitäten.
Das Urteil: Harry wird poetisch: "Wie die Gewürze den Gaumen umschmeicheln, um sich dann langsam zu entfalten - ein Gedicht." Gewählt hat er M4 - Gebratenes Huhn mit Gewürzbohnen. Klare Ansage: "Spitzenqualität! Wer hier noch zur Soja-Sauce greift, der versündigt sich."
Mundsburger Damm 23 (Winterhude), montags geschlossen.
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Die besten Mittagstische - Teil 1: Fisch
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Die besten Mittagstische - Teil 1: Fisch
"Fischhaus Neptun"
Die Atmosphäre: Schiff ahoi - an Deck stimmt die Stimmung. Ilona und Martina kennen fast jeden Gast persönlich. Logo, denn wer mal hier war, der kommt wieder! Während wir testen, zückt ein Kunde seine Visitenkarte: "Ruft mich an, wenn's wieder Schellfisch gibt."
Das Angebot: Täglich frische Salate, täglich köstlicher Fisch und das seit 24 Jahren. Von Fish + Chips (6 Euro) bis Labskaus (7,50 Euro) - es gibt alles außer Sushi! Chefin Ilona, die auf dem Fischmarkt aufgewachsen ist: "Sushi passt nicht zu uns."
Das Urteil: "Ein Mal den Buntbarsch", sagt Harry. Die Portion mit Kartoffel und Bohnensalat ist für 6 Euro groß und Harry sehr zufrieden. Doch plötzlich tanzen seine Geschmacksnerven: Die Fischsuppe (4,80 Euro) ist überragend. Harry begeistert: "Das Fischhaus ist ein Geheimtipp. Aber die Suppe ist der Geheimtipp im Geheimtipp."
Holstenstraße 185 (Altona), montags ist geschlossen
"Güny's Fischkajüte"
Die Atmosphäre:Typisch Schanze. Reinkommen, bestellen, essen, weiterziehen! Es gibt Stuck an der Decke und eine rote Lichterkette - aber eigentlich interessiert das keinen Menschen.
Das Angebot: Vedat Günes weiß, was er tut. Der Türke hat 18 Jahre in zwei Hamburger Traditionsgeschäften gelernt. Das oberste Gebot: Frische! Jeden Morgen um 4 Uhr kommt die Tageslieferung. Zwischen 11 und 15 Uhr kosten fast alle Gerichte 6,90 Euro.
Das Urteil: Auf Harrys Mix- Platte fängt er Zander,Lengfisch,Seelachs und ein Pangasiusfilet.Dazu - als Sahnehäubchen - selbst gemachten Kartoffelsalat. Der Experte: "Für mich sind ,Günny' und das ,La Sepia' die besten Fischadressen in der Schanze."
Schulterblatt 10 (Sternschanze)
"Veddeler Fischgaststätte"
Die Atmosphäre: Fahren Sie über die B4 bzw. B75 über die Elbe und landen Sie in den 50er Jahren. In der legendären Fischgaststätte sind die Poster an der Wand längst verblichen, am Nebentisch bestellt ein Hafenarbeiter mit Goldkettchen ein "Herrengedeck". Prost!
Das Angebot: Hier kommt frittiertes Seelachsfilet mit hausgemachtem Kartoffelsalat auf den Teller. Und das seit 1932! Die "Baby-Portion" (3 Stücke Fisch) kostet 4,80 Euro und macht alle - außer Hafenarbeiter - satt.
Das Urteil: Harry war vor 20 Jahren zum letzten Mal hier. Er lobt die Betreiber Marion und Wolfgang Göttsche: "Weder der einzigartigeCharme noch die Qualität hat sich verändert. Diese Knusperpanade - die gibt es so sonst nirgendwo." Vielleicht liegt es am großen Bratofen von 1947, gleich hinter der Astra-Theke ...
Tunnelstraße 70 (Veddel) www.veddeler-fischgaststätte.de
Foto: Schimkus
"Atlantik Fisch"
Die Atmosphäre:Nur ein paar Meter zur Elbe, ein paar mehr zur Fischauktionshalle - hier fühlt sich der Hamburger wohl. Geschäftsleute gönnen sich einen halben Hummer mit Weißwein, an der Kühltheke kaufen Touristen ihr Fischbrötchen.
Das Angebot: Vor rund sieben Jahren ging es mit ein paar Matjesbrötchen los - längst landet bei "Atlantik Fisch" alles im Topf, was die Meerwasserbecken hergeben. Besonders beliebt: Die Portion Muscheln für 9,30 Euro und der "fangfrische Tagesfisch" für 7,80 Euro.
Das Urteil: Es soll ja möglichst günstig sein, also wählen wir Backfisch für 4,80 Euro. Der Seelachs in Eihülle dampft, Harry sticht in See: "Großartig! Aber der beste Fisch bringt wenig, wenn der Kartoffelsalat nix taugt." Glück gehabt: Die klassische, norddeutsche Variante mit Majo, Essig und Öl trifft genau seinen Geschmack!
Große Elbstraße 139 (Altona), www.atlantik-fisch.de
Foto: Quandt
"Käthe + Julia Schlüter"
Die Atmosphäre: Beim Blick ins Schaufenster läuft einem gleich das Wasser im Mund zusammen. Drinnen riecht es frisch nach Meer, und die Stehtische sind voll. Schon seit mehr als 75 Jahren steht der "Fischhandel Schlüter" für super Qualität.
Das Angebot: Der Mittagstisch wird von 11 bis 13 Uhr serviert. Rührei mit Nordseekrabben (5 Euro) ist ebenso ein Klassiker wie Bandnudeln mit Lachsstreifen (4,80 Euro). Rotbarsch- und Schollenfilet kann man für 5,20 Euro jederzeit ordern.
Das Urteil:Vor uns lappt ein dicker, blauer Karpfen über den Tellerrand, daneben ein Schlag hausgemachter Meerrettich. "Der Fisch löst sich gut von der Gräte - besser kann man den nicht machen", sagt Harry. Und er schwärmt vom Preis-Leistungs-Verhältnis: "Das Glas Apfelsaft für 40 Cent - unglaublich!"
Stellinger Weg 26 (Eimsbüttel)
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Die besten Mittagstische Teil 5: Frisches vom Schlachter
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Die besten Mittagstische Teil 5: Frisches vom Schlachter
"Bioschlachter Fricke"
Die Atmosphäre: Immer schön locker durch die Nase atmen - denn hier duftet es nach Frischfleisch. Wo genau Rind, Schwein, Lamm und Geflügel herkommen, lässt sich auf einer Tafel nachlesen. Sämtliche Produkte stammen von Bio-Höfen!
Das Angebot: In der offenen Küche bereitet Chef Wolfgang Quell täglich ein frisches Essen zu, außerdem gibt's ein Wochengericht. Weil alles bio ist, liegen die Preise bei 6,90 Euro. Wer erst um 15 Uhr kommt, ist wahrscheinlich zu spät dran.
Das Urteil: Schweinebraten mit Rotkohl und Kartoffeln - klingt gut, schmeckt auch gut. Harry hat aber ausnahmsweise was zu meckern: "Ich hasse Mikrowellen, aber mein Essen könnte eine gebrauchen." Er hat es verhindert, dafür war es auch nicht richtig heiß.
Bio Schlachter Fricke,
Osterstraße 76, Eimsbüttel
Foto: Kiefer
"Ziems"
Die Atmosphäre: Bei diesem Mini-Metzger ist alles handgemacht: Nicht nur die Ware, sondern auch die bunten Werbepappen mit den besten Angeboten. Harry sagt: "Man sieht sofort, hier arbeitet ein Fleischer aus Leidenschaft!"
Das Angebot: Dienstags und donnerstags ist Bratkartoffeltag. Spitze: Roastbeef, Prager Schinken und der Leberkäse. "Für den machen mir sogar die Bayern Komplimente", erzählt Joachim Ziems. Wenn der Altona-93-Fan nachmittags gegen 15.30 Uhr zumacht, bereitet er alles frisch für den nächsten Tag vor. "Die Salate müssen doch durchziehen!"
Das Urteil: "Großartig! Der Leberkäse - ein Gedicht. Und sogar die Remoulade ist selbst angerührt." Harry ist happy. Auch wenn das Geschäft etwas ab vom Schuss liegt - die Anfahrt lohnt sich.
Behringstraße 83 (Bahrenfeld)
Foto: Kiefer
"Hüttenhofers Landkost"
Die Atmosphäre: Von der Decke des superkleinen Ladens baumelt eine riesige Holsteiner Lotsenwurst. Zwischen eingemachten Gurken und Landjägern wird bestellt, während an die Wand gedrängt hungrige Stammgäste glücklich mampfen.
Das Angebot: Was in der Pfanne brutzelt, kann man vorher im Internet lesen. Der täglich wechselnde Mittagstisch kostet im Schnitt 5,50 Euro. Wann herrscht der größte Andrang? "Mein Sauerbraten, die Rinderrouladen und die Steaks bringen mich in den größten Stress", erzählt Inhaber und Koch Manfred Hüttenhofer. Sein Lieblingstier: das schwäbisch-hällische Schwein.
Das Urteil: Harrys Augen leuchten! "Die Entenkeule ist ein Gedicht, die Soße klasse und die Semmelknödel handgemacht - was will man mehr?" Wichtig: Weil alles frisch zubereitet wird, muss man ein paar Minuten Zeit mitbringen. Warten lohnt sich! Die Bedienungen plaudern mit Stammgästen. Ein Schinken baumelt von der Decke, am großen Fenster kann man auf Barhockern sitzen. Eppendorf ganz entspannt.
Hüttenhofers Landkost, Erikastraße 74, Eppendorf
Foto: Quandt
"Beisser"
Die Atmosphäre: Die Traditions-Schlachterei gibt's bereits seit 1836. Heute zieht es die Kunden von der belebten Fußgängerzone an die Fleischtöpfe unter einer rot-weißen Markise. Ein paar Schwarz-Weiß-Fotos erinnern noch an alte Zeiten.
Das Angebot: Koch Benny Bensching erstellt seinen Speiseplan immer zwei Wochen im Voraus. Zurzeit gibt's täglich zwei frische Gerichte (zwischen 5,40 und 6,90 Euro) und drei Suppen. Sein Anspruch: "Es geht in Richtung Feinkost."
Das Urteil: Harry ordert "BÞuff Stroganoff". Das Rindfleisch von der Keule - zart und köstlich. Statt saurer Gurken ist Rote Bete in die sämige Sauce eingekocht. Harry: "Als es das Mercado noch nicht gab, war ich oft mit meinen Eltern hier. Viel hat sich seit damals geändert - aber es schmeckt so gut wie eh und je."
Metzgerei Beisser, Ottenser Hauptstraße 9, Ottensen
Foto: Kiefer
"Striga"
Die Atmosphäre: Wer die Metzgerei betritt, steht voll im Leben. An der Essensausgabe - Gedränge. Zur Linken - glückliche Esser, rechts die Fleischtheke. Helga Reichow (75), Meister Zlatko und alle Verkäufer sind allzeit für einen kleinen Schnack bereit.
Das Angebot: Zwei Tagesgerichte gibt's jeden Mittag frisch (zwischen fünf und max. acht Euro). Dazu leckere Klassiker: halbe Hähnchen und Kotelett (je 4,20 Euro), Frikadellen und Suppe (ab zwei Euro). Chef Sascha Striga (33), der den Familienbetrieb letztes Jahr übernommen hat: "Nächstes Jahr bieten wir auch Frühstück an. Brötchen mit rund 100 Belägen nach Wahl."
Das Urteil: Auf Harrys Teller dampft eine Rinderroulade, Kartoffeln, Kaisergemüse. "Köstlich. Meine Oma macht die besten Rouladen der Welt. Die hier ist nah dran." Mit Senf ausgestrichen, etwas Speck, die Schmorgurke perfekt. Die Soße auf Knochen gekocht - Harry schweigt und genießt.
Schlachterei Striga, Alsterdorfer Straße 4, Winterhude
Foto:
Quandt
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