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Sarkozy abgewatscht: Frankreich-Wahlen: Hollande gewinnt die erste Runde

Sozialist Francois Hollande

Sozialist Francois Hollande

Foto:

dpa

Paris -

Nach seinem Sieg in der ersten Runde geht der Sozialist Francois Hollande als klarer Favorit in die Stichwahl um die französische Staatspräsidentschaft - und könnte bei einem Triumph am 6. Mai ein Beben in Europa auslösen.

Der konservative Amtsinhaber Nicolas Sarkozy wurde abgewatscht.

Dass die Rechtspopulistin Marine Le Pen überraschend fast 20 Prozent der Stimmen erhielt, machte die „Anti-Sarko“-Stimmung deutlich. Zeigte zugleich aber, dass auch Hollande die Protestwähler nicht für sich gewinnen konnte.

Dass Sarkozy in zwei Wochen seinen Rückstand noch aufholen kann, daran mag selbst das eigene Lager kaum glauben. „Bei Platz zwei in Runde eins ist es erledigt“, hatte die Zeitung „Le Monde“ am Sonntag einen Berater des Staatschefs zitiert. Allerdings konnte der Amtsinhaber Boden gutmachen: In letzten Umfragen hatte er weit hinter Hollande gelegen.

Aber das Wählerreservoir Hollandes gilt als wesentlich größer. Zu stark ist die Sehnsucht der Franzosen, nach 17 Jahren konservativer Führung und nach fünf Jahren „Super-Sarko“ wieder von einem sozialistischen „Wohlfühlpräsidenten“ regiert zu werden. Eine Sehnsucht, die Hollande perfekt bedient hat: Die Rentenreform will er teilweise zurücknehmen, den Mindestlohn anheben, eine Millionärssteuer einführen, 60.000 Lehrer einstellen, die Schulden langsamer abbauen.

In Brüssel und Berlin blickt man beunruhigt nach Paris: Sollte Hollande den Élysée-Palast zurückerobern, dann droht Kanzlerin Merkel die Isolierung. Gemeinsam mit Sarkozy hatte sie der Eurozone einen Sparkurs verdonnert, die gesamte Architektur der Eurorettung trägt beider Handschrift. Hollande aber wird versuchen, das Ruder herumzureißen.