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SANDRA (19) - GEFANGEN IN SAUDI-ARABIEN

Ihr Freund wollte sie für 1000 Euro kaufen

Als sie Ostern in den Flieger stieg, glaubte sie, sie bricht zu einem zweiwöchigen Nahost-Urlaub auf. Jetzt ist Sandra S. schon fast vier Monate von zu Hause weg. Die 19-Jährige wird angeblich gemeinsam mit ihrer Tochter Lela (1) in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad festgehalten - von ihrem Lebensgefährten Mohammed L. Ihn hat die MOPO jetzt telefonisch erreichen können. Der 30-Jährige versteht die ganze Aufregung nicht.



Das Gespräch mit diesem Mann macht klar: Er hat überhaupt kein Unrechtsbewusstsein. Er behauptet, Sandra geheiratet zu haben, und zwar schon vor vier Jahren. Da war sie gerade mal 15. Dass es sich dabei nicht um eine gültige Hochzeit nach deutschem Recht handelte, spielt für ihn keine Rolle. "Sandra ist meine Frau", wiederholt er immer wieder. Und das bedeutet in seinem Land, dass sie gefälligst das zu tun hat, was er will. Er liebe Sandra. Sandra sei glücklich, mache fast jeden Tag nur "Party", erzählt er. Als der MOPO-Reporter verlangt, direkt mit Sandra zu sprechen, lehnt er ab: "Sie ist jetzt Muslimin. Und eine verheiratete muslimische Frau darf nicht einfach so mit einem anderen Mann reden."



Mohammed macht dann auch klar, dass er Sandra nicht erlauben wird, allein nach Deutschland zurückzukehren "Wenn wir nach Hamburg kommen, dann reisen wir zusammen." Und wann? "Weiß noch nicht. Habe gerade sehr viel beruflich zu tun."



Von der MOPO erfährt Mohammed L. schließlich, dass Ruth S., Sandras Großmutter, kaum noch schlafen kann aus Sorge um ihre Ekelin. Er verspricht, Sandra werde sich am nächsten Tag bei ihr melden. Doch sie tut es nicht. Ruth S. saß von morgens bis abends zu Hause, wartete vergeblich.



Die Mühlen der deutschen Behörden mahlen zwar langsam, aber sie mahlen: Ruth S. wurde soeben ein zweites Mal von der Kripo vernommen. Jetzt ist auch Interpol eingeschaltet. Das Auswärtige Amt ließ wissen, die Deutsche Botschaft in Riad habe die saudischen Behörden ersucht, bei der Ermittlung von Sandras Aufenthaltsort zu helfen. Antwort stehe aus.



Inzwischen hat sich auch Sandras Vater zu Wort gemeldet. Er berichtet, dass Mohammed L. 2005 - damals war seine Tochter 15 - an ihn herangetreten sei und ihm Sandra abkaufen wollte. "Er bot mir 1000 Euro, wenn ich der Hochzeit zustimme. Ich habe das abgelehnt und ihm gesagt, dass er mir nie wieder unter die Augen treten soll."

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Datum:  22.7.2008
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