Der Wohnraum in Hamburg wird immer knapper, die Mieten steigen gewaltig, und der städtische Wohnungskonzern SAGA verdient an dieser Entwicklung kräftig mit. Sobald der neue Mietenspiegel raus war, erhöhte die SAGA bei 23000 Wohnungen die Miete. Ein neues Mieterbündnis setzt sich nun zur Wehr.
"Die SAGA steht schon lange nicht mehr für günstiges Wohnen", sagt Steffen Jörg von der AG Mieten des neuen Bündnisses "Recht auf Stadt". So sind die Mieten beim städtischen Unternehmen in den vergangenen Jahren viel stärker geklettert als im Hamburger Durchschnitt - 33 statt 17 Prozent. "Und die SAGA hat in 2008 mehr als 100 Millionen Euro Gewinne an die Stadt abgeführt." Im Jahr davor seien es 86 Millionen gewesen. Dieses Geld werde in Prestige-Bauten wie die Elbphilharmonie und die HafenCity-U-Bahn investiert. "Die Mieter zahlen so eine Sondersteuer Elbphilharmonie."
Bei Christiane Hollander von "Mieter helfen Mietern" laufen viele Beschwerden auf. "Früher mussten wir mit einer SAGA kämpfen, die nicht renovieren will." Heute werde modernisiert und dann versucht, möglichst viel Geld dafür herauszuholen. "Das sind dann auf einen Schlag 2,50 bis 3 Euro pro Quadratmeter, das können sich viele Mieter nicht leisten."
Die Marktorientierung der SAGA ist umso erstaunlicher, weil mittlerweile seit zwei Jahren mit Anja Hajduk eine Grüne Chefin der Stadtentwicklungsbehörde ist und das Ruder rumreißen könnte. Bisher kündigte sie aber nur den Bau von 1230 SAGA-Wohnungen in den nächsten vier Jahren an. Laut Opposition kann dieses geringe Bauvolumen die steigenden Mieten nicht bremsen.
"Durch ihre ständigen Mieterhöhungen treibt die SAGA den Mietenspiegel selbst in die Höhe", sagt Ingrid Gangloff. Schließlich wohnt jeder sechste Mieter in einer SAGA-Wohnung. Gangloff erhielt gerade eine Mieterhöhung um fünf Prozent. Dabei ist sie erst vor einem Jahr in ihre Wohnung in Altona-Altstadt eingezogen. Allerdings: Die SAGA erhöht meist auf den Mittelwert im Mietenspiegel und das erschwert es, dagegen anzugehen.
Das Netzwerk "Recht auf Stadt", in dem Künstler, Initiativen und linke Gruppen organisiert sind, will nun die Mieter organisieren und politisch Druck machen - für eine sozial gerechte Wohn- und Mietpolitik. Sandra Schäfer
Mieter-Versammlung: Donnerstag, 25. März, 19 Uhr Centro Soziale (Sternstraße 2)
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Die SAGA
Die SAGA hat 130000 Wohnungen. Davon sind bisher noch 49000 in der Sozialbindung. Jeder sechste Hamburger ist SAGA-Mieter. Im Jahr 2008 flossen 106 Millionen Euro Gewinne des Unternehmens ins Stadtsäckel. Die durchschnittliche SAGA-Miete liegt mit 5,70 Euro unter dem städtischen Schnitt von 6,76 Euro pro Quadratmeter.
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"Die SAGA treibt selbst den Mietenspiegel hoch" Ingrid Gangloff (59), Altona
BU: Mitglieder des Netzwerkes "Recht auf Stadt" und SAGA-Mieter protestieren gegen steigende Mieten und fordern mehr sozialen Wohnungsbau. Im Hintergrund: ein schönes altes SAGA-Gebäude an der Schützenstraße, das saniert wurde