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SACHBESCHÄDIGUNG

»OZ« ist einfach nicht zu stoppen

Seit mehr als 15 Jahren verschandelt er Hamburg mit seinen Zeichen - und ein Ende ist nicht abzusehen. Weil Sprayer Joseph Walter F. (57) alias "OZ" im November 2006 unter anderem Glasscheiben zerkratzt haben soll, steht er seit gestern schon wieder vor Gericht. Die vielen Gefängnisstrafen haben ihn nicht zur Vernunft gebracht. Als er verhaftet wurde, war "OZ" gerade erst wieder einen Monat in Freiheit.



Vor dem Amtsgericht Barmbek geht es seit gestern um mehrere gekratzte Zeichen ("Tags") im Einkaufszentrum Hamburger Straße, an einer Telefonzelle und einem Aufzug am U-Bahnhof Dehnhaide sowie eine beschmierte Hauswand. An dem Bahnhof war "OZ" im November festgenommen worden.



Joseph Walter F. wird in Handschellen in den Gerichtssaal geführt. Der blonde Mann mit dem Schnauzbart will sich nicht äußern. Stattdessen lässt er seinen Anwalt eine Erklärung verlesen. "Ich weise die Vorwürfe zurück. Nach meiner Haftentlassung habe ich keine Sachbeschädigung begangen", heißt es dort.



Zwölf Polizeibeamte hatten sich nach "OZ'" Haftentlassung im Oktober an seine Fersen gehängt, sie ertappten ihn in verdächtigen Posen. "Er wischte mit der Hand an der Fensterscheibe einer Sparkasse herum", so ein Beamter. Der Polizist entdeckte Kratzer. Die Bank teilte allerdings mit, keine Schäden entdeckt zu haben.



Wer ist der Mann, der das Schmieren nicht lassen kann? Joseph Walter F. wuchs im Heim auf. Eine Gärtnerlehre brach er ab. Seit mehr als 15 Jahren sprüht er Smileys und die Buchstaben "OZ" auf Wände, ritzt außerdem Muster in Glas. Ein Schaden in sechsstelliger Höhe ist entstanden. Trotz Verurteilungen (siehe Kasten) macht "OZ" weiter.



Joachim Lenders, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, bezeichnet ihn als eine "unbeherrschbare Plage" und als nicht resozialisierbar. Lenders fordert harte Strafen für den Mann: "Er hat keinen Respekt vor anderem Eigentum. Man ist es der Gesellschaft schuldig, ihm dem obersten Strafmaß zuzuführen."



Wenn "OZ" nicht zu stoppen ist - warum steckt ihn die Justiz nicht in Sicherungsverwahrung? Antwort: Für diese Maßnahme sind die Delikte nicht schwer genug, es handelt sich jeweils nur um Sachbeschädigung. Ein Gutachter attestierte ihm 2005 eine verminderte Schuldfähigkeit. Die Entscheidung, ob "OZ" wieder in Haft landet, soll am 3. Mai fallen.

Was meinen Sie? "OZ" gilt als unbelehrbar und als nicht zu therapieren. Sollte man ihn für seine Schmierereien wegsperren, oder muss eine Großstadt verwirrte Menschen wie ihn aushalten können? Schreiben Sie uns: hamburg@mopo.de.

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Datum:  3.4.2007
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