Der Ball gehorcht ihm, die Drehungen sind explosiv, die Abschlüsse zielgerichtet. 60 Minuten intensives Individualtraining mit Reha-Trainer Markus Günther - das sah gut aus bei Ruud van Nistelrooy (33). "Es fehlt nicht mehr viel", sagt der Superstar und macht allen HSV-Fans damit sooo viel Mut. Und der nächste Schritt auf dem Weg zu seinen ersten Bundesliga-Minuten folgt sogleich. Denn heute soll die Tormaschine ins Mannschaftstraining einsteigen.
Letzte "fußballspezifische Tests" (Co-Trainer Eddy Sözer) sollen endgültige Gewissheit darüber geben, dass der Super-Holländer (32 Treffer in 62 Länderspielen, Torschützenkönig in Holland, England und Spanien) seine erste Einheit mit den Kollegen absolvieren kann. Die Wade (leichter Muskelfaserriss) hält! "Meine Verletzung macht mir keine Schwierigkeiten mehr. Es geht mir jeden Tag ein bisschen besser", sagt van Nistelrooy. Aber reicht das schon für den Sonnabend in Köln?
Bruno Labbadia wird keinerlei Druck auf seinen neuen Bomber ausüben. Der Trainer verlässt sich auf die medizinische Abteilung, auf Leistungsdiagnostiker Manfred Düring, auf Reha-Trainer Günther, auf die Physiotherapeuten und - ganz wichtig - auf van Nistelrooys Gefühl für seinen eigenen Körper. Die Pläne für den nächsten Tag sind mehr eine Absichtserklärung. "Er muss morgens in seinen Körper reinhören", beschreibt Günther die Strategie des Aufbauprogramms.
Gestern sandte dieser imposante Körper (1,88 Meter, 80 kg) positive Signale aus. Immer wieder spielte Markus Günther dem Vollblutstürmer die Bälle in den Fuß, Passübungen - und Abschlüsse. Kurze Ballannahme und ab ins Tor. Das ist van Nistelrooys Spiel. Die Gegenspieler waren dabei noch aus Metall, heute schon sollen sie aus Fleisch und Blut sein. Und wenn in seinem ersten Mannschaftstraining alles gut geht, ist die Chance groß, dass der 33-jährige Superstar am 6. Februar seinen ersten Bundesligaeinsatz feiern darf - für den HSV in Köln.