Erinnern Sie sich noch an diese herrlichen Bilder in Stuttgart? Alle kamen zusammen Spieler, Trainer, Busfahrer. Sie feierten Ruud van Nistelrooy und dessen 90-Sekunden-Doppelpack-Quickie beim VfB. Wie sich herausstellen sollte, feierten sie an diesem 13. Februar auch die vorerst letzten Bundesligatreffer des HSV.
Zwei Spiele, null Tore, nur ein Punkt. Gegen den Tabellenletzten aus Berlin ist ein Sieg Pflicht. Gut, dass "Van the Man" nach seiner Oberschenkelzerrung heute wieder in den Kader rückt. Denn für einen Dreier braucht man schließlich ein Tor möglichst sogar zwei. Der holländische Superstar ist bereit für seinen dritten Bundesliga-Einsatz,
sagt: "Ich habe keine Schmerzen mehr." Dem 33-Jährigen geht es so gut, dass Bruno Labbadia ihn im Abschlusstraining sogar in der Stammelf ran ließ.
Am Sonnabend dürfte van Nistelrooy dennoch von der Bank kommen. Der HSV-Coach würde massiv gegen seine eigenen Grundsätze verstoßen, wenn er seinen Superstar vom Anpfiff an aufs Feld ließe. "Er soll über Teileinsätze in den Rhythmus kommen", hatte Labbadia zuletzt betont.
Der HSV-Coach wird sich also eine neue Sturmvariante überlegen müssen. Denn Marcus Berg fällt definitiv aus. "Ich habe mich schon beim Bayern-Spiel nicht gut gefühlt", verrät der Schwede. Während der Woche war der Stürmer zwar zu seiner Nationalmannschaft gereist, hatte in Wales aber auf einen Einsatz verzichtet. "Ich bin im Hotel geblieben, weil es mir nicht gut ging. Ich muss Medikamente nehmen und bleibe erst mal im Bett."
Alles spricht dafür, dass Labbadia nun Eljero Elia als Partner von Mladen Petric in die Spitze beordert. Auf jeden Fall wird die Strategie des Trainers diesmal noch genauer beäugt als sonst. Urs Siegenthaler, designierter technischer Direktor der Hamburger, sitzt Sonnabend erstmals in der Nordbank Arena auf der Tribüne. Der Schweizer war am Freitag bereits zu Gesprächen mit den Vorständen Bernd Hoffmann und Katja Kraus in der Geschäftsstelle. Auch mit Labbadia hat der Taktik-Guru von Bundestrainer Joachim Löw sich ausgetauscht.
Schaden kann's ganz sicher nicht. Denn alles andere als ein Sieg gegen das Schlusslicht der Liga ist für den HSV und seinen Coach heute vollkommen inakzeptabel.