Tunnel-Chaos in der Schanze: Die Stadt plant eine Verbindung zwischen Schanzenpark und Messe. Doch bis der genehmigt und gebaut ist, dauert es noch vier Jahre. So lange will die Messe nicht warten und baut kurzerhand selbst eine Unterführung. Die wird dann in vier Jahren wieder abgerissen - und zunächst nur bei Messe-Events geöffnet sein.
Die Aussteller haben ein Problem: "Der Eingang West wird kaum genutzt", so Klaus Helbing, Projektleiter Messebau. Zwar ist es vom Bahnhof Sternschanze nur ein Katzensprung. Und bald öffnet hier ein neues Luxushotel für Messe-Gäste. Doch die müssen derzeit einen Riesenumweg um die Gleise von U-, S-, und Fernbahn machen. In die westlichen Hallen kommen deshalb kaum Besucher - und die Aussteller wollen für die "Sackgasse" weniger Miete zahlen. Die Lösung: Ein Tunnel muss her.
Zwar hat die Stadt bereits eine schicke Verbindung für 8,4 Millionen Euro geplant. "Aber wegen der Prüf- und Bauzeit wird der Tunnel erst 2011 fertig", sagt Kerstin Feddersen von der Baubehörde.
Deshalb griff die Messe jetzt zur Billig-Lösung: Direkt vom U-Bahnhof baut sie einen Fußgängertunnel zu ihren Hallen. Die Kosten liegen bei 600000 Euro.
Das Provisorium soll zur Messe "Internorga" Anfang März fertig sein. Doch die Bewohner von Schanze und Eimsbüttel können die schnelle Verbindung ins Karoviertel und nach St. Pauli nur bedingt nutzen. "Wir öffnen nur bei Veranstaltungen. Auch nachts ist der Tunnel zu", sagt Helbing. Der Grund: Noch ist unklar, wer bei ständiger Öffnung die höheren Unterhaltskosten trägt.n Messehallen